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Einbürgerungstest

Wie beginnt die Nationalhymne?

Von Nora Marie Zaremba, 29.04.09, 07:18h, aktualisiert 29.04.09, 09:42h

Drei Minuten hat die 31-jährige Zhi Li aus China für den Einbürgerungstest gebraucht, der eigentlich auf eine Stunde angesetzt ist. Danach nimmt sie in der Volkshochschule Glückwünsche entgegen. Bundesweit 98 Prozent der Bewerber bestehen die Prüfung beim ersten Mal.

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Ein Mann mit dem Einbürgerungstest. (Symbolbild: dpa)
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Ein Mann mit dem Einbürgerungstest. (Symbolbild: dpa)
Bonn - Zhi Li kommt aus der 17-Millionen-Stadt Tianjin im Norden Chinas. Seit acht Jahren und acht Monaten lebt sie in Bonn, wo sie Volkswirtschaft studiert hat. Jetzt ist sie der 1000. Prüfling der Stadt beim Einbürgerungstest. „Insgesamt war es sehr leicht", sagt die Chinesin über den Test, der bei seiner Einführung am 1. September 2008 umstritten war.

Ingrid Schöll, Direktorin der VHS Bonn, bestätigt Lis Einschätzung: „Die Teilnehmer sagen immer wieder, dass der Test nicht kompliziert ist." Ergebnisse zeigen, dass bundesweit 98 Prozent der Bewerber die Prüfung beim ersten Mal bestehen. Das hängt auch damit zusammen, dass sich die Kandidaten umfassend vorbereiten können. Auf den Internetseiten des Bundesinnenministeriums sind alle möglichen Fragen abrufbar.

Zur Prüfung sitzen maximal 16 Einbürgerungswillige in einem Raum. Jeder erhält einen individuellen Fragebogen. Bestanden hat, wer aus den 30 Fragen zu gesellschaftlichen, politischen und geschichtlichen Themen mindestens 17 richtig beantworten kann. „Über einige Fragen darf man schon schmunzeln", sagt Schöll und blättert in einem Mustertest. Mit welchen Worten beginnt die deutsche Nationalhymne?: „Völker, hört die Signale" oder „Einigkeit und Recht und Freiheit"? „Einige Fragen haben aber eine andere Qualität", erklärt Schöll. Dazu gehören die drei Fragen zum jeweiligen Bundesland, etwa welche Farben das Landeswappen hat.

In Bonn ist die Volkshochschule der einzige Anbieter der Einbürgerungstests. „Für uns sind die Tests eine spannende Erfahrung. Die Kooperation mit dem Ausländeramt und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge klappt bestens. Und der Test kann neue Kunden bringen", sagt die VHS-Chefin. Angela Büren, Fachbereichsleiterin Deutsch und Integration, freut sich darüber, dass sich dank der Tests „die ganze Welt in der VHS versammelt." Natürlich seien einige Regeln hinterfragbar, sagt Schöll. Im Falle der angestrebten deutschen Staatsbürgerschaft müsse auch ein österreichischer Professor den Einbürgerungstest ablegen, sofern er keinen deutschen Schulabschluss besitzt. „Bei einigen stößt das schon auf Unverständnis", erläutert die Direktorin. Zhi Li will ihre chinesische Staatsbürgerschaft behalten. Den Test hat sie absolviert, um eine Niederlassungserlaubnis zu bekommen. Die Prüfung hält sie für sinnvoll: „Wer in Deutschland leben will, muss die Regeln des Zusammenlebens kennen."



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