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Batman-Kult

Der dunkle Rentner

Von Christoph Mathieu, 29.04.09, 20:50h

Von poppig bunt bis gotisch dunkel: Der Superheld in Fledermausgestalt wird 70 Jahre alt. Seit Bob Kane ihn 1939 schuf, nahm Batman verschiedene Gestalten an und wechselte öfter sein Kostüm.

Heath Ledger
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Der im Januar 2008 an einer Überdosis Medikamenten verstorbene australische Schauspieler Heath Ledger wurde posthum für seine Darstellung des Joker im Batman-Film „The Dark Knight“ geehrt. Den Preis nahm seine Schwester Kate entgegen.
Heath Ledger
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Der im Januar 2008 an einer Überdosis Medikamenten verstorbene australische Schauspieler Heath Ledger wurde posthum für seine Darstellung des Joker im Batman-Film „The Dark Knight“ geehrt. Den Preis nahm seine Schwester Kate entgegen.
Er ist nur ein Schatten, der über das düstere Gotham City wacht und unsichtbar für seine Gegner ist. Wie ein Vampir und mit bedrohlich aufgerissenem Cape stürzt sich Batman plötzlich auf seine Feinde. Niemals sieht man ein Lächeln auf seinem Gesicht, nur den blanken Hass. . .

Puff, Paff, Bang! Bunte Comicblasen werden eingeblendet, wenn Batman seine Gegner verhaut. Er trägt einen grauen Anzug, über den er sich eine blaue Unterhose angezogen hat. Die Fledermausöhrchen auf seinem Kopf sind bemitleidenswert klein.

Batman wurde 1939 für das Comic-Heft „Detective Comics“ von Bob Kane erfunden. Die deutschen Leser lernten ihn erstmals 1954 in der Heftreihe „Buntes Allerlei“ kennen. Bis zu seinem 70. Geburtstag machte der Millionär Bruce Wayne, der nachts als Fledermaus verkleidet Verbrecher jagt, verschiedenste Wandlungen durch. War er zunächst ein gut gelaunter Playboy, so wurde er in den 60er Jahren in der quietschbunten Batman-Fernsehserie mit Adam West in der Titelrolle zu seiner eigenen Parodie.

In den 80ern wurde die Figur nicht nur schlagartig erwachsen, sie wurde gleich auch soziopathisch, verbittert und gewalttätig. So zeigte Frank Miller 1986 in seinem legendären Comic „Der dunkle Ritter kehrt zurück“ Batman als rachsüchtigen alten Mann, der es genießt, wenn ihm das Blut seiner Gegner entgegenspritzt. Apropos Gegner: Die meisten von ihnen sind noch schriller als der dunkle Ritter selbst. Allen voran der hysterische Clown Joker (zuletzt von Heath Ledger im Film „The Dark Knight“ verkörpert). Die Rollen sind im Batman-Universum vertauscht: Das Gute kämpft im dunklen angsteinflößenden Outfit, das Böse versteckt sich hinter einem Lachen. Gotham City, die fiktive Stadt, in der Batman ermittelt, ist aber auch kein Platz, wo es fröhlich zugeht. Hier herrscht eigentlich immer Nacht, und es regnet ständig. Besonders eindrucksvoll wurde der Großstadtmoloch von Tim Burton in seinem ersten Batman-Film von 1989 dargestellt: Hier war die Stadt eine schwarze Version von Fritz Langs „Metropolis“.

„Eine moderne Interpretation ist, dass Batman durch seine Präsenz seine Gegner selbst erschafft“, erklärt Lars Banhold, der ein Buch über den Flattermann geschrieben hat („Batman - Konstruktion eines Helden“, Bachmann-Verlag, 10,90 Euro). „In manchen Comics wird sogar angedeutet, dass eine erotische Beziehung zwischen Batman und dem Joker besteht.“

Bald wird Batman sterben

Die Erotik spielt laut Banhold eine große Rolle bei der Faszination, die von Batman ausgeht. „In erster Linie ist er eine Verkörperung von männlichen Allmachtsfantasien. Doch er hat zu Frauen nur Beziehungen, die zum Scheitern verurteilt sind. Homoerotik wird teils sehr klar zwischen Batman und seinem Partner Robin angedeutet.“

Zu seinem Geburtstag geht Batmans Verlag DC nicht gerade zimperlich mit seinem beliebtesten Superhelden um: In der aktuellen Heftserie „Final Crisis“ wird Batman sterben. Banhold gibt allerdings Entwarnung: „Das ist eine reine Marketingnummer. Bruce Wayne stirbt jetzt, so wie Superman vor ein paar Jahren gestorben ist. Dann wird jemand anders kurz Batman sein, und in zwei Jahren ist Bruce Wayne wieder da.“



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