Von MARKUS BRACKHAGEN, 02.05.09, 07:00h
Der Komiker und Fernsehmoderator (Deal or no deal) übernimmt eben gerne das Kommando und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. In dieser Hinsicht bildet auch der Fußball, eines der großen Hobbys des Solokünstlers, keine Ausnahme. Der Ball ist scheiße!, ruft der 37-Jährige nach seiner ersten Ballberührung gegen die Landrat-Rosenke-Elf, die gegen Cantz und seine Freunde ihre insgesamt 100. Begegnung absolviert.
Der Typ mit der großen Klappe meint das nicht böse, sondern nur ehrlich. So ist er eben, geradeaus. Als ein neuer Ball kommt, kann es weitergehen und Cantz ist voll in seinem Element. Als ehemaliger knallharter Verteidiger der Spvg. Porz ist der Fernsehstar vom Spielertyp eher ein harter Arbeiter denn ein Filigrantechniker - mehr Georg Schwarzenbeck als Diego Maradona. Das weiß der gebürtige Kölner auch und hat damit überhaupt kein Problem. Denn lautstarke Anweisungen kann er ja trotzdem geben.
Ein bisschen
Quatsch machen
Energisch fordert er seine Kollegen auf, sich nach einem Ballverlust weit in die eigene Hälfte zurückzuziehen, um Kräfte zu sparen: Kommt, für später! Das ist zwar irgendwie ernst gemeint, aber trotzdem sitzt Cantz dabei immer der Schalk im Nacken.
Zunächst geht die Taktik auf, seine Mannschaft, in der ehemalige Bundesligaprofis wie Bachirou Salou (u.a. Borussia Mönchengladbach), Giuseppe Billy Reina (Dortmund) oder Torsten Wohlert (Duisburg) mit am Start sind, kontert geschickt und führt schnell mit 2:0. Auch den Anschlusstreffer der Landrats-Elf von Ralph Baum beantwortet man mühelos mit dem 3:1.
Dann ist Pause und der Spaßmacher übernimmt, nachdem er Luft geschnappt hat, wieder die Regie. Das ist mir eindeutig zu ruhig hier. Wir müssen auch mal ein bisschen Quatsch machen, fordert Cantz von seiner Elf mehr Unterhaltung. Zwischendurch ist Zeit für ein Foto mit zwei jungen Fans. Auch für den zweifachen Torschützen Salou, immer noch glänzend in Form und der mit Abstand bester Mann auf dem Platz, gibt es noch einen Kommentar. Nicht schlecht, aber da kann noch etwas mehr kommen. Salou, der diese Ansage mit einem Schmunzeln quittiert, und die Mitspieler halten sich an die Anweisung und bauen die Führung auf 6:1 aus. Doch dann scheint sich die Befürchtung von Cantz, der ja konditionelle Defizite in den eigenen Reihen (und bei sich selbst?) vermutete, zu bewahrheiten: Die mit starken Fußballern wie Walter Posner, Werner Regh, Jörg Kortholt, Willi Küpper und Jürgen Hübner besetzte Landrats-Elf kommt auf 6:4 heran und es wird noch einmal spannend.
Das Schlusswort gehört dann wieder den Promis, ein unglückliches Eigentor besiegelt den 7:4-Endstand für Cantz und Co, die übrigens auf eine sonst übliche Antrittsgage verzichten. Das Resultat, zu dem der Komiker sogar noch einen eigenen Treffer per Elfmeter (Chefsache) beisteuert, interessiert nur am Rande. Im Vordergrund steht das, was alle Beteiligten an diesem Abend nicht nur wegen der guten Laune von Cantz, der vor dem Spiel Walter Posner herzlich begrüßt und nachher wieder ein gefragter Fotopartner ist, bestimmt haben: Spaß.
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