Von Dirk Mesch, 03.05.09, 22:20h, aktualisiert 04.05.09, 08:17h
VfL Wolfsburg plant „deutliches Statement“
Der aktuelle Chefstratege des Tabellenführers VfL Wolfsburg dürfte eine Art Trainer-Tsunami auslösen, sollte er, und darauf deutet mittlerweile vieles hin, zur kommenden Saison als Fußballlehrer und Manager beim FC Schalke 04 anheuern. Wie die „Wolfsburger Allgemeine Zeitung“ am Wochenende berichtete, ist Magath nach Ende der laufenden Spielzeit frei für einen möglichen Wechsel, sein Vertrag laufe bereits am 30. Juni dieses Jahres und nicht erst 2010 aus, weil Magath eine einseitige Option auf Verlängerung zwei Mal nicht gezogen habe. Dies zu kommentieren weigert sich der Startrainer so rigoros wie alle anderen Fragen, die seine berufliche Zukunft betreffen. Dabei würde ein schlichtes „Nein“ den ganzen Druck aus dem Kessel nehmen, der sich in Wolfsburg jetzt zu entwickeln droht.
Doch während VfL-Aufsichtsrats- und Präsidiumsmitglied Stephan Grühsem „ein deutliches Statement“ für die kommende Woche ankündigte, sagt Magath weiterhin nichts. Und weil man sich auch beim FC Schalke ausschweigt, wo doch zuletzt vom Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies zu eigentlich jedem in Frage kommenden Anwärter auf den Manager- und / oder Trainerposten (Kahn, Völler, Sammer) ein ganzes Füllhorn an Lobeshymnen ausgeschüttet worden war, machen sich beide Seiten mehr als verdächtig, miteinander zu mauscheln. Was bedeutet, dass sich natürlich auch der VfL Wolfsburg nach neuem Führungspersonal umsehen muss.
Da passte es ganz prima, dass am Wochenende mit Ralf Rangnick gleich ein geeigneter Kandidat zur Hand war. Ist es Zufall, dass der Verursacher des phänomenalen Hoffenheimer Höhenfluges nach der fiesen 0:4-Packung seiner abgestürzten Mannschaft bei den Wölfen auf einen erstaunlich radikalen Konfliktkurs mit TSG-Macher Dietmar Hopp ging? „Mit Mittelmaß kann ich mich nicht identifizieren“, bellte Rangnick, „und ich bin nicht bereit, weitere Rückschritte in Kauf zu nehmen.“ Geld will er zur Verstärkung seiner Truppe; viel mehr als die ihm von Hopp zugestandenen zehn Millionen Euro. „Ich lasse mich nicht erpressen und durch den Ehrgeiz von anderen zu halsbrecherischen Aktionen verleiten“, konterte der Milliardär nicht minder scharf.
Dass da ein Tischtusch zerschnitten wird, ist offensichtlich. Rangnick will hoch hinaus, was ihm mit Wolfsburg, Stichwort Champions League, gelingen könnte. Und Hopp hat bekanntlich ein freundschaftliches, um nicht zu sagen inniges Verhältnis zu einem gewissen Jürgen Klinsmann. Ein mit etwas mehr Zeit ausgestattetes „Projekt Hoffenheim“ zu größerem Erfolg zu führen als sein früh gescheitertes in München, wäre für den geschassten Klinsmann vielleicht eine Herausforderung.
Bei den Bayern schließlich läuft alles auf Louis van Gaal oder Matthias Sammer hinaus. Manager Uli Hoeneß bestätigte, dass der Niederländer einer der Kandidaten sei, dementierte aber eine laut „SZ“ bereits erfolgte Einigung. Präsident Franz Beckenbauer verriet, dass DFB-Sportdirektor Sammer „auf der Liste“ stehe.
„Panta rhei - alles fließt.“ Bleibt nur zu hoffen, dass niemand nasse Füße bekommt.
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