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Schwarzes Loch in Heppendorf?

Von DIETMAR FRATZ, 14.05.09, 07:03h

Seit dem vergangenen Herbst ist das Thema Bergschäden in Heppendorf in der Diskussion. Viktor Rössler hatte damals einen Schaden an seinem Haus auf den benachbarten Bergbau...

ELSDORF-HEPPENDORF. Seit dem vergangenen Herbst ist das Thema Bergschäden in Heppendorf in der Diskussion. Viktor Rössler hatte damals einen Schaden an seinem Haus auf den benachbarten Bergbau zurückgeführt, von RWE Power jedoch die Auskunft erhalten, in Heppendorf gäbe es keine Unregelmäßigkeiten.

Das wollte Rössler nicht hinnehmen, und so hat er die Betroffenen zusammengerufen, um der Häufung von Gebäudeschäden auf den Grund zu gehen. Zurzeit sind ihm 50 Gebäude bekannt, bei rund 400 Häusern im Ort mithin ein Achtel. An Zufall und Häufung von Pfusch am Bau mag er da nicht mehr glauben.

Zu einer offenen Fraktionssitzung hatte die CDU die Betroffenen, aber auch die Rechtsanwältin Doris Vorloeper und den Sachverständigen Peter Immekus ins Bürgerhaus eingeladen. Nahezu 100 Einwohner waren der Einladung gefolgt. Auf Nachfrage von Ortsvorsteher Paul Rainer Strerath hob etwa die Hälfte der Einwohner die Hand: An ihren Gebäuden sind in jüngster Zeit Schäden aufgetreten.

Vorloeper, die sich überregional auf Bergschäden spezialisiert hat, zeigte auf, welche Schwierigkeiten die Rechtslage birgt. Ihr Hauptanliegen ist die Forderung der Beweislast-Umkehr: Die im Untertagebaurecht verankerte Pflicht des Bergbautreibenden, seine Unschuld zu beweisen, sollte auch im Tagebau Anwendung finden, wo der Geschädigte oft aufwendig, teuer und langwierig die Schuld des Tagebaus nachweisen muss.

Peter Immekus, Vermesser und Sachverständiger, beschrieb die geologischen Vorgänge unter der Oberfläche bei der Absenkung von Grundwasser. Nach eigenen Untersuchungen war ihm aufgefallen, dass unter Heppendorf die Grundwasserdaten eine Lücke aufweisen, offenbar weil dort wegen einer besonderen Bodenkonstellation kein Wasser zu finden ist. Möglicherweise steht Heppendorf wassertechnisch auf einem „schwarzen Loch“, sagte Immekus.

Strerath, der die Versammlung moderierte, wollte nicht über die Vergangenheit „nachkarten“, sondern den Blick auf das künftige Vorgehen lenken. Rössler bat die Betroffenen auch anderer Elsdorfer Ortsteile am Grubenrand, sich zusammenzuschließen. Spontan erklärte der Berrendorfer Manfred Junggeburth, selbst Betroffener, sich bereit, für seinen Ortsteil als Ansprechpartner für einen Zusammenschluss zur Verfügung zu stehen. Als vorrangiges Ziel nannte Rössler: „Man muss RWE Power von der Aussage abbringen, in Heppendorf seinen Bergschäden ausgeschlossen“.

Am Freitag, 29. Mai, wird ab 19 Uhr in der Bürgerhalle Neu-Etzweiler bei einer Podiumsdiskussion neben Politikern aus den Kommunen rund um den Tagebau Hambach auch RWE Power zu Wort kommen.



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