Köln -
Die Analyse „zur Optimierung der organisatorischen Strukturen“, im Auftrag des Vorstandes von einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen durchgeführt, bescheinigt dem Zoo „insbesondere Schwachstellen in der Aufbau- und Ablauforganisation, die fehlende Eindeutigkeit von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, Probleme in der internen Kommunikation sowie Defizite bei der Erteilung und Bearbeitung von Aufträgen“. Diese Schwachstellen, heißt es weiter, führten zu „zahlreichen und teilweise nicht unerheblichen Konflikten, welche die Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen und somit die Arbeitsabläufe im Zoologischen Garten Köln insgesamt deutlich beeinträchtigen“. An erster Stelle der Empfehlungen stehe von daher die Notwendigkeit, „ein systematisches Konfliktmanagement zu entwickeln und umzusetzen“. Dazu wiederum sei besonders die interne Kommunikation zu verbessern. Die Konflikte drehen sich, so der Entwurf des Abschlussberichts, im Wesentlichen um die Anforderungen einer optimalen artgerechten Tierhaltung und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit dieser Anforderungen. Zur Verbesserung der internen Kommunikation empfiehlt das Gutachten, wichtige Besprechungsergebnisse künftig in schriftlicher Form allen Abteilungen zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise werde sichergestellt, dass bedeutende Entwicklungen, getroffene Entscheidungen und wichtige Überlegungen dokumentiert würden. Bezogen auf einzelne Bereiche heißt es unter anderem, der Futtereinkauf sollte geplant ablaufen, um möglichst günstig einzukaufen und eine Kontrolle der Futtermengen wie Ausgaben dafür zu ermöglichen. Aufträge sollten generell schriftlich erteilt und abgezeichnet werden, damit sie nicht unkoordiniert erfolgten. Problematisch ist aus Sicht der Gutachter die bislang nur teilweise erfolgte Dokumentation bei der Planung und Abwicklung von Baumaßnahmen. Auch in der Finanzbuchhaltung seien „erhebliche organisatorische Veränderungen notwendig“, um die Aufgaben des Controllings und der Finanzplanung adäquat erfüllen zu können. Zoo-Chef Theo Pagel, dessen Vertragsverlängerung ebenso wie die des kaufmännischen Direktors Christopher Landsberg ansteht, wollte sich gestern zu der „internen Strukturanalyse“ nicht äußern. In einer separaten Stellungnahme, die die Wirtschaftsprüfer im Auftrag des Aufsichtsrates nach massiven Vorwürfen von Zoomitarbeitern gegen den Vorstand vorgelegt hatten, wurden auch die kritisierten Umbaukosten für zwei Konferenzräume unter die Lupe genommen. Sie belaufen sich zusammen auf 55 000 Euro. Eine Ausschreibung gab es nicht.