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6,6 Prozent der Rhein-Berger sind Ausländer

Von WALTER K. SCHULZ, 30.05.09, 07:06h

Die meisten Ausländer im Kreis leben in Bergisch Gladbach, Burscheid und Wermelskirchen. Insgesamt 6,6 Prozent der Kreisbürger sind Ausländer, die meisten kommen aus der Türkei,...

RHEIN-BERG. Die meisten Ausländer im Kreis leben in Bergisch Gladbach, Burscheid und Wermelskirchen. Insgesamt 6,6 Prozent der Kreisbürger sind Ausländer, die meisten kommen aus der Türkei, Italien oder Polen und sind zwischen 15 und 24 Jahre alt. Der Anteil der Migranten in den Kindertagesstätten macht rund 24 Prozent aus.

Diese Zahlen gehen aus dem Integrationskonzept hervor, das zurzeit beim Kreis im Rahmen des Strategieprozesses RBK 2020 entwickelt wird. In den letzten Monaten wurde der „Sozialbericht Integration“, ein 200-seitiges Werk, auf die Beine gestellt.

Der Bericht beschäftigt sich, so Projektleiterin Sophia Tiemann, mit der Lebenslage der Migranten und den vorhandenen Integrationsangeboten im Kreis. Migranten sind im Vergleich zu Einheimischen überproportional häufig an Haupt- und Förderschulen vertreten, an Gymnasien hingegen unterproportional. Überdurchschnittlich oft sind sie von Arbeitslosigkeit betroffen, insbesondere Kinder und Jugendliche sowie alte Menschen mit Migrationshintergrund sind nach Erfahrungen der Kreisverwaltung einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt als die Einheimischen derselben Altersgruppe. Rund 36 Prozent der Kinder von Ausländern sind von Armut betroffen. Im Schuljahr 2006 / 2007 verließen 22 Prozent die Berufsschule ohne Abschluss. Bei den ausländischen Schülern dieses Jahrganges betrug der Anteil fast 26 Prozent.

„Wenn die Ausbildung aber einmal geschafft ist, dann gleicht sich der weitere Bildungsweg sehr stark dem der Deutschen an“, betont Sophia Tiemann.

Das Angebot in Sachen Sprachförderung, berufliche Qualifizierung und soziale Beratung und Begleitung wird als „umfassend“ angesehen. „Wir müssen jetzt vor allem dafür sorgen, dass wir die Migranten noch besser damit erreichen“, sagt Tiemann. Schulrat Herbert Schiffmann betonte jüngst im Schulausschuss des Kreistages, es gehe im Umgang mit Migranten nicht darum, jemandem etwas Gutes tun zu wollen und sich dabei als Wohltäter zu fühlen, sondern: „Wir brauchen die Migranten genauso wie sie uns brauchen, und deshalb müssen wir sie in unserer Gesellschaft auch entsprechend ernst nehmen.“



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