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Klangvision mit Musik und Lichtspielen

Von HANNA STYRIE, 04.06.09, 07:03h

Raumklänge 2009 / Markus Stockhausen und Rolf Zavelberg Es ist das Prinzip der „Raumklänge", dass die speziellen Gegebenheiten des halligen einschiffigen Kirchenraums der...

PULHEIM.Es ist das Prinzip der „Raumklänge", dass die speziellen Gegebenheiten des halligen einschiffigen Kirchenraums der Kirche St. Martin in Stommeln stets mit in die Programmgestaltung einbezogen werden. Erstmalig in der Geschichte des kleinen Festivals, das die Kulturabteilung der Stadt Pulheim 1999 ins Leben gerufen hat, kommen in diesem Jahr auch Elemente der Bildenden Kunst ins Spiel.

Für die Eröffnung am Dienstagabend hatte Programmgestalter Harald Kimmig den Trompeter Markus Stockhausen und den Lichtkünstler Rolf Zavelberg gewinnen können, die Musik und Licht zu einer „Klangvision" verschmolzen, die bei den zahlreichen Besuchern großen Eindruck hinterließ. Stockhausen und Zavelberg verbindet eine langjährige Zusammenarbeit; vor allem in sakralen Räumen gewinnt das durchdachte Miteinander von Musik und Licht eine bannende Wirkung, der man sich schwerlich entziehen kann. Eine kreisrunde Leinwand im Altarraum diente als Projektionsfläche für Lichtspiele und Schattenbilder; auch die Kirche selbst wurde in wechselnde Farben getaucht.

Über mehr als anderthalb Stunden entstand so ein spannendes Wechselspiel aus akustischen und visuellen Eindrücken, in dem sich zeigte, wie sensibel der Lichtkünstler auf Stockhausens Musik reagiert. Der wiederum hat hinreichende Erfahrung mit Orten, die mit besonderen akustischen Herausforderungen aufwarten. Umspielt von goldenem Licht begann der Trompeter seinen Auftritt mit sanften, melodischen Klängen - ein Vorgeschmack auf die geheimnisvolle Entrückung, die der Dialog aus Licht und Klängen allmählich in St. Martin entstehen ließ.

Stockhausens „intuitive Musik" entwickelt sich ganz selbstverständlich und organisch aus dem Moment heraus und berücksichtigt die Stimmung und Akustik des jeweiligen Auftrittsortes. Dabei greift der Musiker gelegentlich auch zum Flügelhorn, musiziert im Sitzen oder im Gehen und bedient während des Spiels außerdem Klangschalen. Melodische Passagen und rhythmisch geprägte Jazzfloskeln gehen ineinander über; raffinierte musikalische Wendungen und ihre visuelle Umsetzung halten die Zuhörer in Atem.

Auf eine meditative Klangreise konnte man sich begeben, als Stockhausen auf dem Becken kreisende Rhythmen entfachte und den Raum in Schwingung zu versetzen schien. Stockhausens assoziative Musik ist von melodischer Spannung, subtiler Phrasierung und kultivierter Tonbildung erfüllt. Ein Höhepunkt war erreicht, als er eine beherzte Zuhörerin fand, die sein Spiel mit Gongschlägen grundierte. Nur ungern löste man sich aus der verzauberten Stimmung, die Rolf Zavelberg mit seinen Lichteffekten noch intensiviert hatte.



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