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CDU-Stadtverband

Mächtig Knatsch um Detlef Seif

Von Michael Schwarz, 09.06.09, 20:56h

Verwirrung im CDU-Stadtverband: Detlef Seif wurde mit klarer Mehrheit zum Kreisparteivorsitzenden gewählt. Eine der Stimmberechtigten wollte das nicht wahrhaben - und griff den frisch Ernannten scharf an.

Euskirchen - Das Votum klingt einmütig. Mit elf zu eins Stimmen habe sich der Bad Münstereifeler CDU-Stadtverband für Detlef Seif als Kreisparteivorsitzenden ausgesprochen, erklärte gestern Stadtparteivize Ludger Müller-Freitag im Telefonat mit der Rundschau.

Doch ganz so geschlossen scheint die Kurstadt-CDU nicht zu sein: Müller-Freitag hatte gerade aufgelegt, da ließ es die Vorsitzende des Bad Münstereifeler CDU-Arbeitskreises „Mitte“, Maria Zibell, in nichts an Deutlichkeit fehlen: „Wir sind ganz klar gegen Detlef Seif.“

Wie konnte es zu so widersprüchlichen Aussagen kommen? Als der Stadtparteivorstand am Montagabend sein Votum pro Seif abgab, war Zibell nicht mehr dabei. Sie ist auch Mitglied des CDU-Kreisparteivorstandes und war bereits zu dessen Sitzung nach Gemünd abgereist.

Die 34-Jährige hält nicht allzu viel vom Weilerswister Bundestagskandidaten. Sollte Seif tatsächlich Vorsitzender werden, „muss sich die Kreis-CDU warm anziehen“, sagt Maria Zibell: „Die Partei steht dann nicht mehr für christliche Werte, denn Detlef Seif steht nicht gerade für Ehrlichkeit.“

Seif zeigte sich angesichts dieser Worte gestern ziemlich gelassen: „Es wäre besser, wenn die Vorwürfe nicht so abstrakt wären, dann könnte man darauf reagieren.“ Wie die Rundschau erfuhr, hatte Zibell in der Münstereifeler Vorstandssitzung eine Niederlage einstecken müssen: Mit zehn zu drei sprachen sich die Anwesenden dafür aus, Müller-Freitag statt ihrer als Kreisparteivize am 19. Juni in Zülpich vorzuschlagen. Über das, was dann geschah, gehen die Aussagen der Anwesenden auseinander: Zibell habe die Sitzung wütend verlassen und angekündigt, ihre Kandidatur für den Münstereifeler Stadtrat hinzuwerfen. Später sei sie dann davon abgerückt, so ein Teilnehmer der Sitzung. Zibell dementiert das, sie spreche mit ihrer Ablehnung für den Arbeitskreis „Mitte“, persönliche Gründe habe sie nicht: „Ich kann mit Niederlagen leben.“ Wie das Arbeitskreis-Vorstandsmitglied Matthias Baum erklärte, sei die Kandidatur Seifs aber noch kein Thema im Vorstand gewesen.

Während Maria Zibell den Bundestagskandidaten Detlef Seif heftig kritisiert, hält Müller-Freitag viel vom Weilerswister: „Detlef Seif ist sehr fleißig. Auch nachdem er zum Bundestagskandidaten gewählt worden war, hat er sich nicht zurückgezogen, sondern ist sehr präsent.“ Die Kreispartei brauche einen Neuanfang - und wenn es nach ihm ginge, so Müller-Freitag, einen kompletten Personal-Austausch: „Es geht ja nicht, dass die, die das Feuer gelegt haben, nun die Feuerwehr spielen.“ Münstereifels CDU-Chef Bernhard Ohlert erklärte zu den Aussagen von Maria Zibell über Detlef Seif: „Die Vorwürfe sind ihre eigene Sache.“ Er hätte es lieber gesehen, wenn man sich mit der Vorstandsneuwahl mehr Zeit gelassen hätte, damit sich die Kandidaten in den Gemeinde- und Stadtverbandssitzungen vorstellen könnten. „Wir haben ja einen Vorstand“, so Ohlert.

Dieser tagte, wie erwähnt, ebenfalls am Montagabend, um den Parteitag in Zülpich vorzubereiten - ruhig und sachlich, so Kreisparteivize Urban-Josef Jülich.



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