Von DIRK VOLKMANN, 15.06.09, 07:06h
Bernd Brodersen, frisch gewählter Vorsitzender des Fördervereins Altenberger Kultursommer e. V. und damit Nachfolger des Ende vergangenen Jahres völlig unerwartet verstorbenen Bernd Erlinghäuser war die Anspannung anzumerken. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereins begrüßte er die Gäste, die nach und nach den Altenberger Dom füllten.
Gleich mit der ersten Veranstaltung haben wir uns etwas besonderes vorgenommen. Mit ,Israel in Egypt, erstmals am 4. April 1739 im Londoner King's Theatre uraufgeführt, präsentieren wir zum 250. Todesjahr von Georg Friedrich Händel ein äußerst anspruchsvolles und eins der ungewöhnlichsten Chor-Oratorien aus der Feder des Komponisten in voller Länge. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir für das Konzert den vielfach preisgekrönten Konzertchor der staatlichen Musikakademie Minsk und das Leverkusener Orchester ,Farte del Mondo gewinnen konnten, so Brodersen.
Wir hatten auf Grund der Vielzahl von Veranstaltungen im Altenberger Dom kaum Möglichkeiten, hier zu proben, erzählt Dirigenten Werner Erhardt, zugleich der neue künstlerische Leiter des Altenberger Kultursommers. Wir haben jeden möglichen Raum genutzt, um uns auf das Konzert vorzubereiten und es war auf Grund der räumlichen Enge gelegentlich eine wirkliche Herausforderung.
Als pünktlich um 20 Uhr die ersten Takte unter dem Dirigat von Erhardt erklangen, herrschte atemlose Stille bei den Zuschauern. Mit atemberaubender Leichtigkeit füllten Musiker und Sänger den Altenberger Dom von Beginn an bis in den letzten Winkel. Virtuose Chorsätze wechseln mit brillanten Orchesterpassagen ab. Die musikalische Präsentation der alttestamentarischen Historie vom geknechteten und unterdrückten israelitischen Volk, Gottes Strafe in Form der Zehn Plagen über die Unterdrücker, Moses Führung der Israeliten in die Freiheit und die Vernichtung der Verfolger faszinierte durch ihre einzigartige Klangpracht, repräsentiert durch den grandiosen Chor und ein stark besetztes Orchester.
Als sich die Musiker am Ende gegen 22 Uhr von ihren Plätzen erhoben, brandete ihnen tosender Applaus eines begeisterten Publikums entgegen. Mit stehenden Ovationen wurden Chor, Solisten und das Orchester lang anhaltend gefeiert. Ich bin schlicht begeistert von diesem Chor. Selten habe ich eine derart große musikalische Bandbreite erlebt wie heute, erklärt im Anschluss der Dirigent. Diese Sängerinnen und Sänger besitzen die Fähigkeit, trotz ihrer russischen Grundkurve selbst schlankste Passagen souverän wiederzugeben, schwärmt Erhardt.
Mit der Auftaktveranstaltung ist das Team um Bernd Brodersen dem selbstgestellten Anspruch auf eine Konzertreihe der Extraklasse mehr als gerecht geworden. Dass die Veranstaltung nicht ausverkauft war, ist vor dem Hintergrund dieser grandiosen Vorstellung bedauerlich, als kleiner Trost sei aber angemerkt, das dieses Meisterwerk zu Händels Lebzeiten nie ein wirklicher Kassenschlager wurde. Am 5. Juli folgt ein Kammerkonzert in Maria in der Aue. Präsentiert werden ab 18 Uhr Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Anton Webern, Robert Schumann und Cèsar Franck mit Serge Zimmermann (Violine) und Nicholas Rimmer (Klavier).
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
TOYOTA Autohaus Heinz GmbH, Overath
Schlafstudio Siebertz - Betten und mehr