kalaydo left kalaydo logo
stellen
auto
immobilien
marktplatz
inserieren
Schriftgröße

Bonner Museumsplatz

Artisten streiken vor zahlenden Gästen

Von Arno Blaskowski, 19.06.09, 18:06h

Zu einem Eklat kam es bei der Aufführung von André Hellers Zirkus-Schau „Afrika! Afrika!“ auf dem Bonner Museumsplatz. Die Artisten streikten vor hunderten zahlenden Gästen. Grund war nach Aussage eines der Künstler, dass sie vom Management nicht bezahlt worden seien.

Afrika! Afrika!
Bild vergrößern
Afrika! Afrika! am 18.6.09 in Bonn. Kurz nach dem Beginn der Auffuehrung treten die Kuenstler in "Streik", es geht offensichtlich um den Lohn. (Bild: dpa)
Afrika! Afrika!
Bild verkleinern
Afrika! Afrika! am 18.6.09 in Bonn. Kurz nach dem Beginn der Auffuehrung treten die Kuenstler in "Streik", es geht offensichtlich um den Lohn. (Bild: dpa)
BONN. „Wir haben Gesprächsbedarf mit unseren Künstlern, die Show beginnt etwa fünf Minuten später“, informierte der Tourmanager das ratlose Publikum. In Zivilkleidung traten die Künstler auf die Bühne, auf der zunächst die Band und ein Tänzer die Aufführung wie gewohnt eröffneten. Ein Sprecher der Gruppe griff sich ein Mikrofon und sagte: „Wir wollen unser Geld!“ Als Reaktion wurde ihm mitten im Satz der Ton weggedreht. Rund 30 Minuten dauerte die Diskussion auf offener Bühne. In dieser Zeit häuften sich die „Buh“ und „Geld zurück“-Rufe des Publikums.

„Es war wohl wirklich so, dass während der Demo vier oder fünf Leute zur Kasse gingen und ihr Geld zurück wollten“, berichtete gestern Oliver Gabriel, Leiter des örtlichen Veranstalters Gabriel Concerts auf Nachfrage. Schließlich einigten sich die Beteilgten, und die Show begann. „Nachdem es dann doch losging, gingen sie wieder zu ihren Plätzen zurück“, so Gabriel, dem die Situation nach eigener Aussage „sehr peinlich“ sei.

Die Vorstellung, die dann geboten wurde, war atemberaubend: Das inzwischen beschwichtigte Publikum wurde durch die Darbietung der Artisten regelrecht mitgerissen. Der aus Tansania stammende „Spinnenmann“ Yoga Yoga schlüpfte scheinbar unbehindert von den eigenen Knochen durch einen unbespannten Tennisschläger. Artistengruppen bauten meterhohe Menschentürme oder zeigten unglaubliche Beweglichkeit. Außerdem brachte ein Jongleur immer wieder aufs Neue Wasserfontänen aus seinem Mund hervor, ohne zwischendurch aufzutanken.

Das Problem war: Die Vorstellung dauerte keine 60 Minuten. Minutenlang nach dem Finale gab es weder eine Information noch irgendeinen Hinweis, dass es sich nicht um eine Pause handelte. Schließlich meldete sich wieder der Tourmanager zu Wort und informierte das Publikum über das das Ende der „leider sehr improvisierten Show“.

Der Veranstalter Gabriel Concerts sieht nach eigener Aussage keine Möglichkeit zur Rückerstattung des Eintrittsgelds - was viele Zuschauer lautstark am Ende der Vorstellung forderten. Auf Anfrage sagte Gabriel: „Ich habe meine Leistung zu 100 Prozent abgeliefert, und ich habe die Erklärung seitens meiner Mitarbeiter und des Produzenten, dass die Show zu 100 Prozent abgeliefert wurde.“

Produzent ist in dem Fall die Prime Time Entertainment GmbH. Dort war niemand bereit zu einer Stellungnahme. Der Geschäftsführer befinde sich zurzeit auf einer Geschäftsreise im Ausland und die Pressesprecherin sei im Urlaub, hieß es dort. Die Vorstellung in Bonn war die vorletzte dieser Art. Am Freitag schlossen die Artisten ihre Tour in Weinheim ab. Gabriel spekuliert, dass es bei den Gagenstreitigkeiten um Ausstände ging, die von den Artisten kurz vor ihrer Rückreise in ihre Heimat noch geregelt werden sollten. „Die Gagen werden über Wochen im vorhinein bezahlt. Genaueres wissen wir allerdings nicht.“



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Rundschau-Service


Rundschau-Service


Bildergalerien


RHEINLAND WETTER


Rundschau-Service


Ihre Top-Artikel


Aktion


 

Anzeige

Aktuelle Zeitungsbeilagen


Extra


Dienste