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Schulleitung unter Polizeischutz

Von MICHAEL FENSTERMACHER, 20.06.09, 07:09h

Eltern brechen in Tränen aus, Schüler machen lautstark ihrem Unmut Luft, stimmen trotzig Partylieder an und gegen 12.30 Uhr brandet gestern im Foyer des Schulzentrums zynischer...

NÜMBRECHT. Eltern brechen in Tränen aus, Schüler machen lautstark ihrem Unmut Luft, stimmen trotzig Partylieder an und gegen 12.30 Uhr brandet gestern im Foyer des Schulzentrums zynischer Beifall für die Schulleitung auf.

Verena Hertel, Leiterin der Sophie Scholl Realschule, hat soeben mitteilen lassen, dass sie die Ausgabe der Abschlusszeugnisse an die Schüler der Stufe 10 nicht fortsetzen wird, weil sie sich von der Versammlung vor ihren Büroräumen bedroht fühle.

Schließlich rücken Polizeibeamte vor der Schule an, informieren die Eltern über ein von Hertel ausgesprochenes Hausverbot. Die Zeugnisausgabe geht unter Polizeischutz weiter. „Eine Bedrohung oder Nötigung konnten wir aber nicht feststellen. Es ging um ein reines Beleidigungsdelikt eines Vaters gegen die Schulleiterin“, stellt Michael Schüttler von der Polizei Gummersbach auf Nachfrage klar.

Entstanden war die Empörung bei Schülern und Eltern durch die Absage der offiziellen Entlassfeier seitens der Schulleitung. Die Ursache für diese drastische Maßnahme lag gestern bereits einige Tage zurück. Am Dienstagabend, dem Vorabend des „Abschluss-Gags“, hatten sich die Abgänger zu einer Party an der Schule getroffen. Als fremde Jugendliche und Ehemalige dazu kamen, eskalierte die Situation, wie Waltraud Lenz, Mitglied der Schulpflegschaft, berichtet. Einzelne rissen Metallgitter los und urinierten gegen Wände und Türen.

„Die Schüler haben sich aber am nächsten Tag schon um 6 Uhr getroffen, um den Müll aufzulesen und sauber zu machen“, betont Lenz. Verena Hertel war damit noch nicht zufrieden. Sie wollte die Schuldigen zur Verantwortung ziehen. „Unser Plan war, die Verantwortlichen auszuschließen und die anderen wie gewohnt ihren Abschluss feiern zu lassen“, erklärt sie.

Auf Nachfrage hätten die Abgänger aber alle Schuld auf Neuntklässler und andere abgewälzt. „Das erschien uns nicht glaubwürdig, weil wir unter der Hand andere Informationen erhalten hatten.“ Schließlich hätten sich die Zehner kollektiv für verantwortlich erklärt. Das Votum der Lehrerkonferenz sei anschließend eindeutig gewesen: „Wenn es alle gewesen sind, gibt es eben keine Feier.“

Waltraud Lenz schildert das anders: Am Mittwoch habe sich eine Abordnung der Zehntklässler entschuldigt. Zudem hätten sich die Schuldigen gemeldet und die Haftung übernommen.

Die Abschlussfeier der Abgänger und ihrer Eltern stieg gestern wie geplant in der Mehrzweckhalle - allerdings ohne Beteiligung ihrer Lehrer. „Das war ein gemeinsamer Entschluss des Kollegiums“ erklärt Hertel und tritt damit Gerüchten entgegen, sie habe die Teilnahme untersagt.



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