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Hygiene

Münsterland hat von Holland gelernt

Erstellt 21.06.09, 22:09h

Während in Deutschland die Neuinfektionen mit MRSA und anderen gefährlichen Krankenhauskeimen ständig steigen haben die Niederlande das Problem durch konsequentes Handeln eingedämmt. Nun sollen auch hierzulande bessere Lösungen gefunden werden.

Krankenhauskeime
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Chefarzt Jörg Braun zeigt in der Asklepios Klinik in Hamburg-Wandsbek eine Türklinke aus Kupfer. In Krankenhäusern können Türgriffe und Lichtschalter aus dem Metall helfen, die Verbreitung gefährlicher Erreger einzudämmen. (Bild: dpa)
Krankenhauskeime
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Chefarzt Jörg Braun zeigt in der Asklepios Klinik in Hamburg-Wandsbek eine Türklinke aus Kupfer. In Krankenhäusern können Türgriffe und Lichtschalter aus dem Metall helfen, die Verbreitung gefährlicher Erreger einzudämmen. (Bild: dpa)
Die Niederländer sind seit Mitte der 80er Jahre konsequenter gegen MRSA vorgegangen als die Deutschen. In dortigen Krankenhäusern sind nur ein bis drei Prozent der Keime antibiotikaresistent, hier etwa ein Viertel. Damit sich die resistenten Keime nicht erneut ausbreiten, müssen Deutsche, die sich in eine Klinik in den Niederlanden verlegen lassen, meistens sogar 48 Stunden in Quarantäne. Dies war vor allem im Grenzgebiet ein Problem. Daher arbeiten das Münsterland und die niederländische Region Twente seit Juli 2005 im Rahmen eines von der EU und dem Land NRW mit fast einer Million Euro geförderten Euregio-Projekts zusammen. Das Projekt soll nun bis an die Nordsee und nach Aachen ausgedehnt werden. Auch Krankenhäuser im Kreis Euskirchen können dann teilnehmen.

Infektionen erfolgreich verhindert

Kliniken, Ärzte, Laboratorien und Krankenversicherungen sind im Münsterland und in Twente am so genannten MRSA-Net beteiligt. Auf deutscher Seite soll die Rate erfasst und auf niederländisches Niveau gesenkt werden, auf niederländischer Seite der Zufluss von MRSA aus Deutschland kontrolliert werden. Drei Jahre nach dem Start erhielten die meisten Kliniken ein Siegel, das Qualitätsziele bescheinigt. Die Zahl der MRSA-Infektionen ging laut Universitätsklinik Münster deutlich zurück, seitdem dieselben Maßnahmen wie in den Niederlanden umgesetzt werden. Neben strengen Hygienevorschriften werden Risiko-Patienten bei der Aufnahme auf MRSA getestet. Wenn der Test positiv ist, werden sie isoliert, bis der Erreger nicht mehr nachzuweisen ist. Auch in Köln gehen die Universitätsklinik und mehrere Städtische Kliniken so vor. (ane)



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