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Beim Bundespräsidenten den Rasen gemäht

Von NORA MARIE ZAREMBA, 25.06.09, 07:18h

Konzentriert fährt die 16-jährige Alida den laut brummenden Rasenmäher über die von roten Blumen eingefasste Rasenfläche. Daneben versucht sich Milan, 18, mit einer schweren...

BONN. Konzentriert fährt die 16-jährige Alida den laut brummenden Rasenmäher über die von roten Blumen eingefasste Rasenfläche. Daneben versucht sich Milan, 18, mit einer schweren Maschine in der Millimeterarbeit des Kantenschneidens. Kein Grashalm soll sich mehr auf den Weg biegen. „Sehr gut", lobt Gärtner Uwe Weber, 53, die beiden Schüler. Hinter den Dreien erhebt sich majestätisch die weiße Fassade der Villa Hammerschmidt.

Alida und Milan nehmen am Aktionstag der Kampagne „Dein Tag für Afrika" teil. Sie wird von der Hilfsorganisation „Aktion Tagwerk" veranstaltet und findet nun zum dritten Mal bundesweit statt. An diesem Aktionstag besuchen etwa 100 000 junge Menschen in Deutschland ausnahmsweise nicht die Schule, sondern arbeiten in verschiedenen Berufen oder leisten Hilfsdienste. Ihren Lohn spenden sie an Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche in fünf afrikanischen Ländern.

Die Jobs in der Villa Hammerschmidt hat das Bundespräsidialamt zur Verfügung gestellt. Bevor es für die beiden Schüler des Bonner Friedrich-Ebert-Gymnasiums an die Arbeit geht, spricht Bundespräsident Horst Köhler mit ihnen und bedankt sich für das Engagement. „Der Besuch von Horst Köhler war schon eine Ehre", sagt Milan später.

Auch Verena Mogge, Büroleiterin von „Aktion Tagwerk" NRW, ist von dem großen Interesse der Öffentlichkeit an der Aktion begeistert. „Wir freuen uns, dass die Kampagne eine solche Unterstützung erfährt." Durch den freiwilligen Einsatz der Schüler rechnet „Aktion Tagwerk" mit einer Gesamtspendensumme von rund 1,3 Millionen Euro.

Immerhin 120 Euro werden Alida und Milan zusammen in sechs Stunden Gartenarbeit verdienen. Für 60 Euro kann ein Werkzeugkasten als Grundausstattung für Lehre und Beruf afrikanischer Jugendlicher bereitgestellt werden. „Im Unterricht sprechen wir viel über Afrika. Zudem bin ich in Burkina Faso geboren", erklärt Alida ihre Begeisterung für das Projekt. Milan war in Kenia und hat längere Zeit in Brasilien und Peru gelebt. „Dort habe ich viele Erfahrungen gemacht", erklärt er sein Engagement.

Gärtner Uwe Weber, seit 1981 Herr über den prächtigen Garten der Villa, freut sich über die tatkräftige Unterstützung für einen guten Zweck. „Ihr könnt gerne wiederkommen", scherzt er.



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