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Rheinuferstraße

Tunnel ist wieder im Rennen

Von Nicole Stötzel, 30.06.09, 22:19h

Es passiert selten, aber in diesem Falle sind sich SPD, CDU und FDP einig: Die Tunnellösung soll für die Rheinuferstraße wieder in Betracht gezogen werden. Allerdings nicht um jeden Preis, wie Karsten Möring von der CDU betonte.

Köln - Am Ende hing es nur noch an der richtigen Formulierung. Im Grundsatz waren sich SPD, CDU und FDP aber einig, dass eine Tunnellösung für die Rheinuferstraße im Bereich der Stadtbahnquerung wieder in Betracht gezogen werden soll. „Unfassbar“, schimpfte Grünen-Chefin Barbara Moritz, die sich zu ihrem Geburtstag ein anderes Geschenk gewünscht hätte. „Es müssen alle Bäume gefällt werden“, befürchtet ihre Fraktionskollegin Bettina Tull. „Kaum weht der SPD der Wind aus der Bevölkerung ins Gesicht, plötzlich sind sie auch für einen Tunnel.“ Ulrich Breite (FDP) freute sich hingegen über eine „richtig schöne Überraschung von der SPD“.

Beim OB-Duell, zu dem die Rundschau ins Domforum eingeladen hatte, hatte Jürgen Roters, Kandidat von SPD und Grünen, sich erstmals seinem Kontrahenten von der CDU, Peter Kurth, angeschlossen und gesagt: „Ein Tunnel ja, wenn die Lösung nicht über 90 Millionen kostet.“ SPD-Fraktionschef Martin Börschel erklärte gestern im Stadtrat: „Einen Tunnel wollen wir nur, wenn wir die volle Bezuschussung bekommen, nicht aus rein kommunalen Mitteln. Außerdem darf die Inbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn nicht gefährdet werden.“ Da auch die CDU einen Tunnel „nicht um jeden Preis will“, wie deren verkehrspolitischer Sprecher Karsten Möring betonte, einigten sich die drei Fraktionen am späten Abend nach stundenlangem Ringen um eine Formulierung, die niemandem wehtut. Die Verwaltung führt nun sowohl die Planung für einen sechsspurigen Ausbau zu Ende und plant außerdem eine Untertunnelung der Stadtbahntrasse. Schon in der nächsten Ratssitzung sollen beide Varianten vorliegen und eine Entscheidung fallen. Außerdem soll die Verwaltung bewerten, wie groß die Staugefahr ist, wenn die Straße vierspurig bleibt.

Erst im vergangenen Jahr hatte die SPD gegen die Stimmen der Grünen und bei Enthaltung von CDU und FDP für einen sechsspurigen Ausbau gestimmt. Die CDU wollte dies stoppen lassen und war sich einer Mehrheit mit Grünen und FDP gewiss. „Wir hatten also nur zwei Möglichkeiten“, so Börschel, „entweder es passiert gar nichts oder wir lassen die Tunnellösung prüfen.“ Nun gibt es drei Varianten.



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