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Straßentunnel am Rheinufer

Kosten sind noch nicht abzusehen

Von Manfred Reinnarth, 01.07.09, 22:22h, aktualisiert 02.07.09, 08:43h

Bislang gibt es für einen Straßentunnel am Rheinufer in Höhe der Südbrücke nur einen Lageskizze. Nachdem der Stadtrat eine Planung für eine Unterquerung der künftigen Stadtbahn wünscht, wird an Details gearbeitet.

Innenstadt - „Sicherlich wird man die oberirdische Straßenschleife vor der Eisenbahnbrücke beibehalten müssen, damit von Süden kommende Autofahrer die Anlieger vor der Schönhauser Straße erreichen können“, sagte Heribert Gödderz vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik. „Nach aktuellem Stand soll die Straße etwa 70 Meter hinter der Kreuzung Schönhauser Straße unter die Erde verschwinden.“ Nach dem ersten Entwurf wäre dieser Tunnel schon am Oberländer Ufer wieder zu Ende. Eine Grünbrücke, die den Anschluss des Friedensparks an das Rheinufer herstellen würde, war zunächst nur 20 Meter breit vorgesehen, soll aber nun größer werden.

Laut Machbarkeitsstudie müssen für eine Fahrbahnverbreiterung mindestens 75 Bäume gefällt werden, für einen Tunnel etwa 150. Nachdem Baudezernent Bernd Streitberger den Verkehrsausschuss darüber informiert hatte, dass nur bei einer ebenerdigen Lösung später wieder Bäume nachgepflanzt werden könnten, hatte die CDU einen langen Tunneldeckel mit steilen Rampen vorgeschlagen. Auf dem Deckel könne ein Erdwall angelegt werden, um alle Bäume neu zu pflanzen.

Die Grünen, die vor der Ratssitzung am Dienstag noch mit der SPD über eine ebenerdige Lösung einig waren, sprechen nun von „schwarz-rot-gelbem Tunnelwahnsinn“ und einer neuen „Maulwurfkoalition“. Fraktionsgeschäftsführer Jörg Frank kündigte an: „Die Grünen werden alles tun, dieses zerstörerische Vorhaben zu Fall zu bringen.“

Was der Tunnel kosten soll, ist völlig offen. „Wir werden alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen“, sagte Heribert Gödderz. Der Rat will erst entscheiden, wenn der Plan vorliegt und die Kosten ermittelt sind, um den Vergleich mit der bloßen Straßenverbreiterung anzustellen - nach der Kommunalwahl, aber in bisheriger Besetzung. „September ist der letztmögliche Termin, um den Bahntunnel rechtzeitig eröffnen zu können“, sagte KVB-Vorstand Walter Reinarz. Schon jetzt würden die baulichen Vorbereitungen für den Straßentunnel teurer als die ursprünglich genannten fünf Millionen. „Eventuell ist sogar eine neue Ausschreibung notwendig. Sollte erst in Jahren ohne solche Vorbereitung gebaut werden, müsste die Bahn zwölf Monate pausieren.“



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