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Zwei Feiern für Jahrhundertbauwerk

Erstellt 04.07.09, 07:09h

Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit hat die Stadt Niederkassel gestern offiziell die Fertigstellung des Retentionsdeiches „Langeler Bogen“ gefeiert. Ein...

NIEDERKASSEL. Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit hat die Stadt Niederkassel gestern offiziell die Fertigstellung des Retentionsdeiches „Langeler Bogen“ gefeiert. Ein Jahrhundertbauwerk nannte Bürgermeister Walter Esser das 18 Millionen Euro teure Schutzprojekt, das Lülsdorf und Ranzel vor einem 200-jährlichen Rheinhochwasser schützt. Aber auch die Domstadt profitiert von dem ersten gesteuerten Überflutungsraum NRW. Wenn nämlich das 4,5 Millionen Kubikmeter fassende Becken geflutet wird, das geschieht ab einem Kölner Pegel von 11,30 Metern, soll es den Wasserstand dort um bis zu 4,5 Zentimeter entlasten und damit ein Überfluten der Altstadt verhindern.

Am Einlassbauwerk trafen sich am Morgen Ratsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und interessierte Bürger zu der kleinen Feierstunde. Bei hochsommerlichen schwülen Temperaturen mag wohl niemand an das nächste Hochwasser gedacht haben. Aber „zwölf Kilometer am Strom sind Geschenk und Gefahr zugleich“, sagte Esser und verteidigte damit auch zugleich die eigene Feier der Stadt Niederkassel, an der auch Regierungspräsident Hans Peter Lindlar teilnahm. Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln, die das Projekt federführend vorangetrieben haben, haben nämlich für kommenden Mittwoch ihrerseits zu einer Feierstunde mit Umweltminister Eckhard Uhlenberg eingeladen. Allerdings sollte der Rahmen ursprünglich auf einige wenige Personen und die Presse beschränkt sein. Weil aber die Maßnahme in der Bevölkerung so viel Aufmerksamkeit hervorgerufen hat, wollte Niederkassels Bürgermeister die Bürger auch an der Feier zur Fertigstellung teilhaben lassen. Pfarrerin Sabine Frauenhoff und Pfarrer Alexander Lubomierski segneten das Bauwerk.

Esser erinnerte daran, dass der frühere Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes ursprünglich Rheidt zum Retentionsraum machen wollte. Um das zu verhindern und stattdessen den Überflutungsraum im Langeler Bogen vorzuschlagen, sei er seinerzeit noch mit Lindlar bei Antwerpes vorstellig geworden. Der Vorschlag habe ihm im Norden der Stadt wenig Sympathien eingebracht. Lülsdorf und Ranzel solle zu Gunsten der Rheidter versaufen, habe man ihm vorgeworfen. Das Gegenteil sei der Fall, sagte Esser, mit Ausnahme eines noch kleinen fehlenden Teilstücks der Hochwasserschutzmauer vom Einlassbauwerk bis zum Schneppenweg sei Niederkassel jetzt gut vorbereitet auf das nächste Hochwasser.

Dass dies auch durchaus öfter als alle 200 Jahre sehr hoch sein könnte, hält Regierungspräsident Lindlar angesichts der höheren Niederschlagsprognosen durch den Klimawandel für nicht ausgeschlossen. Das Retentionsbecken in Niederkassel jedenfalls könne im Falle eines Falles der Scheitelwelle die entscheidende Spitze nehmen. (kmü)



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