Von Thomas Schulz, 29.04.09, 11:16h, aktualisiert 03.05.09, 22:26h
Der Gegner war Segen und Fluch zugleich. Zu schwach, um das Heynckes-Debüt zu gefährden, aber mit seiner Spielweise die Defizite des Rekordmeisters aufdeckend, die auch Heynckes nicht verborgen blieben: „Es gibt noch viel zu verbessern. Ich werde mit den Spielern genau analysieren, was mir gefallen hat und woran wir noch arbeiten müssen.“ Evident war der ideenlose Spielaufbau, dazu kaum Tempowechsel, und die Innenverteidiger Lucio und Demichelis offenbarten Schnelligkeitsdefizite. „Hauptsache, wir punkten“, sagte Manager Uli Hoeneß, der langsam selber in die Kritik gerät.
Auf der Südtribüne hing ein Plakat, auf dem zu lesen war: „Wer wollte Klinsmann denn haben? Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen!“ Hoeneß muss sich zudem fragen lassen, weshalb sich der FCB zur Seniorentruppe entwickelte: Mit Jörg Butt (34), Massimo Oddo (32), Lucio (30), Mark van Bommel (32), Zé Roberto (34), Luca Toni (31) und dem derzeit verletzten Miroslav Klose (30) gehören sieben Spieler zum Stamm, die ihren Zenit überschritten haben. Die Bayern sind schlicht überaltert.
Ein Wettbewerbsnachteil, den künftig wohl Christian Nerlinger wird beheben müssen. Hoeneß, der am Jahresende aus dem Vorstand ausscheiden wird, bestätigte indirekt den jetzigen Teammanager als seinen Nachfolger zumindest im sportlichen Bereich. Dass Nerlinger „als einziger Nicht-Vorständler beim letzten Treffen mit Jürgen Klinsmann dabei war, hat ja eine Bedeutung“, sagte Hoeneß. Für die wirtschaftlichen Aufgaben ist laut „SZ“ Stephan Grühsem aus dem Aufsichtsrat des VfL Wolfsburg im Gespräch.
Jupp Heynckes: Rampenlicht statt Ruhestand
FC Bayern München: Klinsmann enttäuscht über Rauswurf
Tagesthema vom 28. April: Warum Klinsmann scheitern musste
Hintergrund: Schlaglichter der Klinsmann-Amtszeit
Umfrage: War der Rauswurf die richtige Entscheidung?
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
Anzeige