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Guido Westerwelle

Vom Minus- zum Plus-Mann

Erstellt 15.05.09, 18:02h, aktualisiert 17.05.09, 11:37h

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Beliebt: FDP-Chef Guido Westerwelle. (Bild: dpa)
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Beliebt: FDP-Chef Guido Westerwelle. (Bild: dpa)
HANNOVER - Früher lagen die Sympathie-Werte von Guido Westerwelle meist im Minus-Bereich. Inzwischen rangiert der FDP-Vorsitzende stabil unter den beliebteren Spitzenpolitikern der Republik - zuletzt zwischen Horst Seehofer (CSU) und Franz Müntefering (SPD) auf Rang sieben.

Die Ochsentour in der bald elfjährigen Oppositionsarbeit hat dem Image des Rechtsanwalts aus Bonn am Ende nicht geschadet. Inzwischen schwebt der Parteichef auf Wolke Sieben, wenn er seine guten Umfragewerte und die der Partei kommentiert. Das war nicht immer so.

Jahrelang klebte an Westerwelle das Image des oberflächlichen Yuppies. Er stieg in den "Big Brother"-Container, um mit Blödeleien Stimmen zu gewinnen. Er tourte 2002 wahlkämpfend mit dem "Guido-Mobil" durch die Lande, während andere im damaligen Elbe-Hochwasser staatsmännisch Präsenz zeigten. Er habe aus früheren Fehlern gelernt, sagt Westerwelle heute. Dazu gehört auch, dass er inzwischen offen mit seiner Homosexualität umgeht.

Die Wende im Profil von Westerwelle, der seit 2001 die FDP führt, kam mit dem Abend der Bundestagswahl 2005. Er behielt die Nerven und schmetterte ein gönnerhaftes Koalitionsangebot des unterlegenen SPD-Kanzlers Gerhard Schröder vor großem TV-Publikum ab: "Herr Bundeskanzler, ich bin vielleicht jünger als Sie, aber nicht dümmer." Die FDP ging damals in die Opposition mit der Begründung, sie habe im Wahlkampf für einen Politikwechsel geworben, und dabei bleibe es.

Hinter diese Position will Westerwelle auch jetzt nicht mehr zurückfallen. Seine Wiederwahl in Hannover ist ausdrücklich nicht mehr an das alleinige Ziel einer Rückkehr der FDP in die Regierung geknüpft. Der heute 47-Jährige würde gerne unter Kanzlerin und Duzfreundin Angela Merkel Außenminister werden. Und wenn es nicht klappt? "Dann bleibe ich Ihnen als Oppositionsführer erhalten", lautet Westerwelles Standardantwort dieser Tage.

Der schlagfertige und oft brillante Debatten-Redner ist inzwischen fast 30 Jahre in der Politik unterwegs - den Spaß daran hat er gleichwohl nicht verloren. Sein gelegentlich vorlautes Auftreten sieht er inzwischen selbst mit einem Augenzwinkern: "Wenn man wie ich mit drei Brüdern bei einem allein erziehenden Vater groß geworden ist, hat man drei Dinge gelernt, die das Leben erleichtern: Laut zu reden, schlagfertig zu sein und schnell zu essen." (dpa)



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