Von Klaus Heuschötter, 03.06.09, 21:58h, aktualisiert 04.06.09, 10:49h
Nichts zu deuteln gebe es am ermittelten Elternwillen, sagte Erich Wagner. „Wir werden jetzt auch den zweiten Schritt tun.“ Wie Schumacher und Wagner zeigte sich FDP-Fraktionschefin Stefanie Jung überrascht von der Deutlichkeit der Zahlen, die von Marc Knülle (SPD) und Martin Metz (Grüne) als „herbe Schlappe“ für CDU, FDP und Bürgermeister gewertet werden. Die Mehrheitsfraktionen hätten einer Fehleinschätzung aufgesessen. „Ohne Triumphgesänge oder Klagelieder“, so Metz, und „ohne ideologische Scheuklappen“, so Knülle, müsse jetzt der klare Auftrag zur Veränderung der Sankt Augustiner Schullandschaft angegangen werden. Nagelprobe wird das Anmeldeverfahren im Januar 2010 sein. Da die Befragung mit 81 Prozent einen sehr hohe Rücklaufquote hatte und die Eltern von 274 heutigen Drittklässlern (darunter 27 Prozent potentielle Gymnasiasten) ihr Kind auf eine Gesamtschule schicken wollen, scheint die Hürde von 112 Meldungen kein Problem zu sein. Schwieriger wird es, eine Ganztagslösung hinzubekommen. Obwohl im Fragebogen ausdrücklich stand, dass Gesamtschulen in NRW nur noch als Halbtagsschulen zugelassen werden, wünschen sich 74 Prozent der Gesamtschulwähler ein Mittagessen- beziehungsweise Nachmittagsangebot.
Nicht zuletzt wird mit Spannung der Vorschlag der Stadtverwaltung zum Standort erwartet. Klar ist, dass es keinen teuren Neubau geben wird und dass man (mindestens) eine der bestehenden Schulen (zwei Haupt-, zwei Realschulen, zwei Gymnasien) zu Gunsten der Gesamtschule auslaufen lassen muss. „Welche Schule wird geopfert?“, fragt sich nicht nur Stefanie Jung. „Wir prüfen alle Möglichkeiten“, sagte Klaus Schumacher und sicherte zu, dass die derzeitigen Schüler der weiterführenden Schulen noch an ihrer Schule den Abschluss machen können.
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