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Düsseldorf

32 Kinder mit Schweinegrippe infiziert

Erstellt 11.06.09, 10:35h, aktualisiert 11.06.09, 17:29h

Mindestens 32 Kinder der japanischen Schule in Düsseldorf haben sich mit Schweinegrippe angesteckt. Keiner der Fälle ist lebensbedrohlich. Wie die Krankheit eingeschleppt wurde, ist unklar. Die Zahl der Infizierten in Deutschland steigt damit auf über 100.

Düsseldorf Scheinegrippe
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Die Japanische Internationale Schule in Düsseldorf ist wegen Schweinegrippe geschlossen. (Bild: dpa)
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Die Japanische Internationale Schule in Düsseldorf ist wegen Schweinegrippe geschlossen. (Bild: dpa)
DÜSSELDORF - Schweinegrippe-Alarm an der japanischen Schule in Düsseldorf: Mindestens 32 Kinder haben sich mit dem Virus infiziert. Den zumeist zwölf Jahre alten Kindern gehe es überwiegend gut, zwei von ihnen seien schwerer erkrankt, sagte der Leiter des Gesundheitsamts Heiko Schneitler. Ein Kind sei in der Universitätsklinik behandelt worden. Mittlerweile befänden sich alle Betroffenen zu Hause in Quarantäne. An der Schule wurden am Donnerstag hunderte Eltern und Kinder auf das neue H1N1-Virus getestet.

Unterdessen berät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf darüber, die Pandemie-Alarmstufe heraufzusetzen. Der Notfall-Ausschuss soll darüber entscheiden, ob die höchste Alarmstufe 6 ausgerufen wird. Die WHO hat bislang knapp 28 000 Schweinegrippe-Infektionen in 74 Ländern registriert. 141 dieser Patienten starben. Die weitaus meisten Fälle wurden aus Nordamerika gemeldet. Auch in Deutschland wurde mit weiteren Schweinegrippefällen gerechnet.

Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte bis Donnerstag 90 Fälle von Schweinegrippe in Deutschland - ohne die erkrankten Kindern der japanischen Schule. RKI-Präsident Jörg Hacker rechnet mit einem weiteren Anstieg. "Die Zahlen nehmen schon zu", sagte er im ARD-Morgenmagazin. "In den letzten Tagen ist es so, dass wir täglich Neuerkrankungen von zunächst fünf, dann zehn und jetzt über zehn Fälle haben." Andere Länder verzeichneten eine vergleichbare Entwicklung.

Weg der Ansteckung unklar

Insgesamt gehen rund 560 Kinder in die japanische Schule in Düsseldorf, rund 30 Lehrer sind dort beschäftigt. Erkrankt sind bisher vor allem Kinder der sechsten Klassen. Die Schulleitung erklärte am Donnerstag, die Schule werde bis mindestens Ende nächster Woche geschlossen bleiben. Die unter Quarantäne gestellten Familien würden von der japanischen Gemeinde versorgt, erklärte Schneitler weiter. Im Tagesverlauf werde es weitere Tests geben. Dazu kämen die Familien in das Schulgebäude. Allen Kindern und Lehrern werde ein Rachenabstrich entnommen, der auf die Schweinegrippe-Viren untersucht werde.

    Wie das neue H1N1-Virus eingeschleppt wurde, war vorerst unklar. Zunächst sei ein Sechsjähriger erkrankt, dessen Familie kürzlich Urlaub auf Malta gemacht hatte. Eine Möglichkeit sei, dass er sich auf dem Flughafen angesteckt habe, sagte Schneitler. Davon unabhängig habe es aber Infektionen bei Schülern der sechsten Klasse gegeben, die vergangene Woche mehrtägige Ausflüge mit dem Bus gemacht hatten. Am Freitag hätten dann einige von ihnen über Fieber, Schnupfen und Heiserkeit geklagt

Hongkong schließt Kindergärten und Grundschulen

Unterdessen beschlossen die Behörden in Hongkong, nach mehreren Schweinegrippefällen bei Kindern alle Kindergärten, Krippen und Grundschulen für zwei Wochen schließen. Bei zwölf Schülern einer Schule sei die Erkrankung nachgewiesen worden, hieß es am Donnerstag. Im dicht besiedelten Hongkong leben rund sieben Millionen Menschen. Für die Kinder bedeutet die Schließung von Freitag an längere Sommerferien: Diese beginnen in zwei Wochen. In Hongkong wurden bislang 49 Fälle von Schweinegrippe registriert. 

Auch in Thailand blieben einige Klassenräume geschlossen, nachdem ein Elfjähriger in Bangkok an der Schweinegrippe erkrankte. 13 weitere Schüler der Privatschule wurden unter Quarantäne gestellt, weil sie Symptome zeigten, berichtete die thailändische Nachrichtenagentur.

Weltweit 28.000 Infektionen

Der Tropenmediziner Emil Reisinger von der Universität Rostock rechnet in Deutschland mit einer stärkeren Zunahme der Fälle im Winter. Die Übertragung des Virus geschehe in der kalten Jahreszeit leichter, hatte er bereits am Mittwoch gesagt. Er warnte zugleich vor Überreaktionen. "Jede Grippe hat ein gewisses Risiko, daran zu versterben." Dieses Risiko sei bei anderen Grippevarianten aber größer als bei der Schweinegrippe. Auch die Grippestämme im vergangenen Winter seien gefährlicher gewesen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat bislang rund 28 000 Schweinegrippe-Infektionen in 74 Ländern registriert. 141 dieser Patienten starben. Die weitaus meisten Fälle wurden aus Nordamerika gemeldet. (dpa)



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