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Partnersuche: Wie die Nase die Liebe bestimmt

Von Bettina Levecke, 15.07.09, 14:51h

Groß und dunkelhaarig, mit Humor, treu und verständnisvoll: Die Liste der Wünsche in puncto Traumpartner ist lang. Und in großen Teilen überflüssig. Denn wer tatsächlich zu uns passt, entscheidet auch die Nase.

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Nase vor: Bei der Entscheidung für einen neuen Partner spielt der Geruch eine wichtige Rolle. (Bild: Diagentur/dpa/tmn)
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Nase vor: Bei der Entscheidung für einen neuen Partner spielt der Geruch eine wichtige Rolle. (Bild: Diagentur/dpa/tmn)

Worms/Kassel  - Groß und dunkelhaarig, mit Humor, treu und verständnisvoll: Die Liste der Wünsche in puncto Traumpartner ist lang. Und in großen Teilen überflüssig. Denn wer tatsächlich zu uns passt, entscheidet auch die Nase.

«Bei der Wahl unseres Lebensgefährten folgen wir uralten Programmen», erklärt Marcus Damm, Diplom-Psychologe aus Worms. «Über den Geruch wird das genetische Profil unseres Gegenübers übermittelt.»

Tatsächlich können Frauen erschnuppern, wer besonders gut zu ihnen passt. Der Biologe Claus Wedekind aus Bern ließ Studentinnen an verschwitzten Männer-T-Shirts riechen und kam zu erstaunlichen Ergebnissen: Während ihres Eisprungs, also der fruchtbaren Tage, bevorzugten die Studentinnen den Körpergeruch von Männern, deren Genstruktur sich stark von ihrer eigenen unterscheidet. Ein biologischer Trick, erklärt Damm: «Je unterschiedlicher der Genpool der Eltern ist, desto fitter und gesünder wird der Nachwuchs.»

Doch der Schnupper-Tests verrät noch mehr: Nehmen Frauen die Anti-Baby-Pille, wählen sie Männer, die ihnen genetisch ähnlich sind. «Die Pille simuliert eine Schwangerschaft und weckt den Wunsch nach einem Beschützer.» Den finden Frauen am ehesten in der Verwandtschaft bei genetisch ähnlichen Menschen. Damm rät Frauen deshalb, während der Partnersuche lieber auf die Anti-Baby-Pille zu verzichten: «Setzen Sie zumindest probeweise für ein halbes Jahr aus und beobachten Sie, ob sich Ihr Männergeschmack dadurch verändert.»

Professor Harald Euler, Evolutionspsychologe an der Universität Kassel, relativiert allerdings: «Die Partnerwahl ist ein mehrstufiger Prozess.» Am Anfang sei das Aussehen besonders entscheidend, erst in der Phase des Kennenlernens gewinne der Geruch an Bedeutung.

Wie stark der Geruch bei der Partnerwahl entscheidet, zeigt auch eine Umfrage der Psychologin Rachel Herz von der Brown Universität in Rhode Island in den USA: «Die Frauen gingen schlecht riechenden Männern nicht nur bewusst aus dem Weg, sondern hielten auch aktiv nach gut riechenden Ausschau.»

Als besonders gut duftend gelten Männer mit hohem Testosteronspiegel, erklärt Damm. Der zeuge von einem starken Immunsystem. Männer hingegen achteten bei Frauen weniger auf den Geruch. «Das Aussehen ist wichtiger, aber trotzdem können Frauen mit den richtigen Düften Männer fast blind verführen.» Ist der richtige Partner endlich gefunden, entspannen sich die Nasen: «Die Geruchssensibilität sinkt, sobald wir verliebt sind.»

Kann man denn auch schummeln und sich so für fremde Nasen attraktiver machen? Harald Euler ist fest davon überzeugt: «Mit einem guten Parfüm lässt sich der Kreis potenzieller Partnerkandidaten sofort vergrößern.» Auch Forscher vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön haben festgestellt, dass der Mensch seine genetische Duftmarke mit einem Parfüm aufpeppen kann.

Wer frisch geduscht und mit dem passenden Spritzer Parfüm in eine Menschenansammlung geht, wird mehr «Nasen-Feedback» bekommen als jemand, der seit Tagen in der gleichen Garderobe müffelt. «Allerdings kann der Schuss nach hinten losgehen», warnt Damm. Zu viel Parfüm kann schlimmer als jeder Schweißgeruch wirken.

Literatur: Rachel Herz, Weil ich dich riechen kann. Der fünfte Sinn und sein Geheimnis, Herbig, ISBN-13: 978-3-776-62601-8, 19,95 Euro; Hans Hatt, Regine Dee, Das Maiglöckchen-Phänomen. Alles über das Riechen und wie es unser Leben bestimmt, Piper, ISBN-13: 978-3-492-05224-5, 19,90 Euro

Den eigenen Geruch aufpeppen

Beim Parfüm gilt: Weniger ist mehr. «Das Parfüm sollte erst in unmittelbarer Nähe wahrnehmbar sein», rät der Evolutionspsychologe Harald Euler. Wer zu dick aufträgt, wirkt künstlich und bringt sein Gegenüber im schlimmsten Fall sogar zum Niesen. «Greifen Sie auch nicht zum nächstbesten Parfüm, sondern lassen Sie sich beraten!» Gerade bei der Partnersuche sind manche Parfüms hilfreicher als anderer. «Nehmen Sie Freunde des anderen Geschlechts zur Beratung mit», rät Damm und gibt Männern einen besonderen Geruchs-Tipp: «Mit Sport, viel Schlaf und spezieller Ernährung können Sie Ihren Testosteronspiegel erhöhen und damit die Geruchswirkung bei den Damen wesentlich verbessern.»

(dpa/tmn)


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