Erstellt 08.07.09, 18:31h, aktualisiert 09.07.09, 09:42h
Hintergrund ist, dass offenbar nicht nur die Nürburgring GmbH, sondern auch der ominöse Schweizer Kaufmann Mitinhaber des Kontos ist. Dieser ist zuletzt ins Zwielicht geraten und steht laut Medienberichten aufgrund eines geplatzten Schecks in Dubai vor Gericht. Finanzminister Ingolf Deubel, noch bis morgen geschäftsführend im Amt, hatte stets versichert, es gebe keinerlei Risiko mit dem Bardepot. Der Schweizer sei nicht verfügungsberechtigt, sondern nur die Nürburgring GmbH. Nach Auskunft von Regierungssprecher Walter Schumacher wird es „drei bis vier Tage dauern, bis das Geld wieder da ist“. Man gehe davon aus, dass die Summe inklusive Zinsen zurückfließe.
Juristen der Bonner Kanzlei Redeker sowie Rheinland-Pfalz Justizminister Heinz-Georg Bamberger haben die Verträge mit den Investoren, die für 170 Millionen Euro die neuen Ring-Immobilien kaufen wollten, geprüft. Dem Vernehmen nach gibt es Mails, Briefe und Dokumente. Offenbar besteht der Verdacht, dass einige davon nicht „echt“ sind. Laut Schumacher gab es mündliche und schriftliche Zusicherungen der Investoren, das Geld fristgerecht zu überweisen - „aber es ist nie ein Cent angekommen“. Deshalb soll die Staatsanwaltschaft gebeten werden, sich die Schriftstücke anzusehen und zu prüfen, ob es möglicherweise eine strafrechtliche Relevanz gibt. „Wir haben keinen konkreten Verdacht und keine Strafanzeige gestellt“, betont der Regierungssprecher (siehe auch Artikel rechts).
Derweil wartet auf den neuen Finanzminister Carsten Kühl, bislang Wirtschafts-Staatssekretär, eine Herkulesaufgabe. Er muss dafür sorgen, dass das Projekt „Nürburgring 2009“, soweit möglich, wieder in geordnete Bahnen gebracht wird und dass Ruhe einkehrt. Am Freitag tritt der Landtag zu einer Sondersitzung zusammen, dann soll Kühl vereidigt werden. Aufsichtsratschef des Nürburgring soll Kühl im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger Deubel jedoch nicht werden.
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