Von Ralph Kohkemper, 13.07.09, 19:02h, aktualisiert 15.07.09, 08:40h
Nun bekleckern sich die Führerschein-Aspiranten in den alten Bundesländern zwar auch nicht gerade mit Ruhm, bestehen aber die Theorie weitaus häufiger. So mussten im vergangenen Jahr in NRW lediglich 29 Prozent ein zweites Mal ran. Das ist besser als der Bundesdurchschnitt, der bei 30,4 Prozent lag. Klassenbeste waren die Hessen, wo fast 75 Prozent auf Anhieb bestanden.
Die praktische Prüfung ist für die ostdeutschen Verkehrsneulinge zwar eine weniger hohe Hürde, aber auch hierbei rauschen mehr durch als in den alten Bundesländern. Bei diesem Ranking setzt sich erneut Sachsen-Anhalt an die Spitze. 36 Prozent der Fahrschüler mussten 2008 rechts ranfahren, ohne anschließend den Führerschein angehändigt zu bekommen. Offenbar geborene Autofahrer sind die Hessen. Hier waren nur 19,8 Prozent der Versuche nicht straßenverkehrstauglich. Im Bundesschnitt rasselt im Übrigen jeder Vierte durch.
Aber woran liegts, dass die neuen Bundesländer so wenig schmeichelhaft dastehen? Bei der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände herrscht eine gewisse Ratlosigkeit. Dass die „Ossis“ prinzipiell schlechter Auto fahren als die „Wessis“ hält man natürlich für ausgemachten Unsinn. Vielleicht demotiviere die Wirtschaftslage im Osten beim Lernen? Eine andere Erklärung hat Verbandsvorsitzender Gerhard von Bressensdorf jedenfalls nicht. Bei der praktischen Prüfung mache der oft noch schlechte Zustand der Straßen den Fahrschülern das Leben zusätzlich schwer. Und im Osten werde vielleicht auch schärfer geprüft. „Das ist mein subjektiver Eindruck. Angesicht der vielen tödlichen Unfälle will sich niemand nachsagen lassen, er mache den Führerschein zu leicht.“
Bundesweit steigt die Zahl derjenigen, die durch die Prüfung fallen, seit Jahren - leicht, aber kontinuierlich. Warum? Auch hier Rätselraten. Von Bressensdorf: „Wir können es uns nicht erklären.“
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