LONDON - Wenn seine Mutter nicht den Hund ausgeführt hätte und zufällig im Park von Greenwich mit einem anderen Hundeliebhaber ins Gespräch gekommen wäre, hätte Robson bis heute keinen Kontakt zur Hochfinanz. Denn Patrick Wellington ist nicht nur Hundebesitzer, sondern auch ein leitender Finanzanalyst bei Morgan Stanley. Als ihm Matthews Mutter von den Schwierigkeiten ihres Sohnes erzählte, ein Praktikum zu bekommen, arrangierte Wellington das Nötige. Zwei Wochen lang durfte Matthew Erfahrungen in einer Arbeitsgruppe der Bank sammeln, die für Internet und Medien zuständig ist. Zum Ende seines Praktikums bat man ihn, eine kurze Studie über die Mediennutzung von Teenagern zu schreiben. Matthew schickte eine Reihe von einschlägigen Fragen per SMS an seine Freunde und kompilierte einen Report. Sein Teamleiter Edward Hill-Wood war begeistert. Die Studie enthalte „einige der klarsten und anregendsten Einsichten, die wir je gesehen haben“, sagte er, Der Bericht wurde weltweit unter die Leute gebracht. Die Reaktion war enorm. Fondsmanager, Konzernchefs und Medienanalysten meldeten sich mit Rückfragen und Lobpreisungen bei Morgan Stanley.
Er habe doch nur das aufgeschrieben, was auch andere Teenager zu dem Thema sagen würden, meinte Matthew Robson gegenüber der „Times“: Jugendliche vermeiden nach Kräften, ihr Geld für Dinge zu verschwenden, die sie auch umsonst haben können. Ob es das kostenlose Telefonieren mit Hilfe von Spielkonsolen über das Internet ist oder das (illegale) Brennen von DVDs, mit denen man sich die neuesten Spielfilme sichert: Die Kids finden immer einen Weg.
Matthew Robson selbst ist die weltweite Publizität nicht zu Kopf gestiegen. Als die „Times“ ihn um ein Interview bat, brach er es vorzeitig ab, weil er noch Hausaufgaben machen musste. Sein Praktikum bei Morgan Stanley hat er in guter Erinnerung: Er will Investmentbanker werden. (dpa)