Von Klaus Heuschötter, 19.07.09, 20:06h
Mehr als 2500 Gleichgesinnte haben Wilhelm nach Angaben der Organisatoren bisher abschnittsweise begleitet. Elfriede Hintz zählte zu den Neueinsteigern. Die 48-Jährige aus Hermannsdorf bei München war eigens mit dem ICE angereist, um für zwei Tage dabei zu sein. „Eine oder zwei Etappen", das hatte sich auch Elke Schmidt (51) aus Königswinter vorgenommen. Ziel nach etwa 25 Kilometern war am Freitagabend das Reitergut Heiderhof in Königswinter. Am Samstagmittag erreichten die Genfrei-Geher den Bonner Münsterplatz, wo eine Veranstaltung mit Live-Musik und Vorträgen zum Thema Gentechnik stattfand. Heute zieht der Tross von Bonn über Heimerzheim, wo die Mittagspause geplant ist, nach Friesheim im Rhein-Erft-Kreis weiter.
Ziel der Wanderschaft ist nach 971 Gesamtkilometern am 30. Juli die Europa-Hauptstadt Brüssel. Dort wird eine Unterschriftenliste an das EU-Parlament übergeben. „Die viel gepriesene Koexistenz von konventioneller, ökologischer und gentechnisch veränderter Landwirtschaft gibt es nicht, die Agro-Gentechnik schafft unumkehrbare Realitäten, deren Ernten schließlich auf unseren Tellern landen", sagt Joseph Wilhelm (55), der sich schon seit über drei Jahrzehnten dem biologischen Landbau widmet und Mitgründer der Rapunzel Naturkost AG mit Sitz in Legau / Allgäu ist.
Der Unternehmer zieht keineswegs verbittert durch die Lande. Er will seine Botschaft mit Freude verbreiten und macht denn auch Späße: „Der Weg ist überparteiisch, überkonfessionell und übergalaktisch."
Applaus spendeten seine Mitstreiter den Ehepaaren Till und Rita Hüsgen und Susanne Hüsgen und Hans Ulrich Günther, die die Gruppe am Vorabend verköstigt hatten, selbstredend mit genfreien Lebensmitteln, und auf ihrem Grundstück campieren ließen. Das seit 30 Jahren existierende Biohaus und die Biolandgärtnerei der Hüsgens in Süchterscheid war natürlich eine prädestinierte Übernachtungsadresse für „Genfrei-Gehen".
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