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Das Bier als Urlaubserinnerung

Von ANN-KRISTINA RÖNCHEN, 27.07.09, 07:18h

Im Rheinland wird Kölsch, Bönnsch oder Alt getrunken, das weiß jeder. Doch einmal im Jahr machen die Bonner eine Ausnahme und wagen sich bei der Bierbörse an Gebrautes aus aller...

BONN. Im Rheinland wird Kölsch, Bönnsch oder Alt getrunken, das weiß jeder. Doch einmal im Jahr machen die Bonner eine Ausnahme und wagen sich bei der Bierbörse an Gebrautes aus aller Welt. Zum 14. Mal versammelten sich am Wochenende Bierliebhaber in der Rheinaue und probierten Gerstensaft aus aller Welt. „Die Leute kommen zur Bierbörse, um das Bier zu genießen. Das hier ist kein zweites Oktoberfest", erklärte Veranstalter Werner Nolden. Probleme mit Randalierern, die zu tief ins Glas geschaut haben, gebe es nicht.

„Die Bonner Bierbörse ist nach Opladen die zweitgrößte in Deutschland. Bonn, Köln, Leverkusen, Düsseldorf - das ist eine Rheinschiene, eine Feiermeile. Deshalb sind wir hier auch so erfolgreich," so Nolden.

Dass sich Bonn tatsächlich in die rheinische Feiermeile einreiht, bewiesen die wetterfesten Börsenbesucher am Freitag: Traditionell eröffnet die Bierbörse mit einem großen Spektakel aus Feuerwerken und Lichtern. „Normalerweise kommen am Freitag 100 000 Leute. Dieses Mal hat es den ganzen Tag geregnet. Das Ergebnis: Es kamen nur etwa 40 000 Leute, aber die hatten richtig Spaß", erzählte Nolden stolz. Er ist auch Veranstalter der Kölner Lichter.

Unter Planen und an langen Bierzeltgarnituren flossen zwar auch Klassiker wie Corona, Heinecken und Kölsch, doch hauptsächlich kamen die Besucher wegen der Spezialitäten. „Einige Biere gibt es tatsächlich nur hier auf der Bierbörse", sagte Nolden.

Paul Lindenberg arbeitet seit über 20 Jahren im beliebten „Haus der 131 Biere" aus Hamburg. In dem unscheinbaren weißen Bierwagen reihten sich 240 Sorten Flaschenbier aus 64 Ländern aneinander; sie brachten die Trinkkultur der Welt in die Rheinaue: Karlovacko aus Kroatien, Tsingtao aus China und Quilmes aus Argentinien - die Liste war lang. „Viele kaufen das Bier wegen ihrer Urlaubserinnerungen. Wenn sie im letzten Sommer in Spanien waren, suchen sie hier nach dem Bier, das sie dort getrunken haben", beschrieb er die Strategie seiner Kunden. Auch Bierpioniere fanden bei Lindenberg ihr Glück: „Ganz neu ist bei uns das Duff Beer, das Comic-StarHomer Simpson im Fernsehen trinkt." Am Wochenende gab es das Hollywood-Bier in der Rheinaue, ab September soll es auf den europäischen Markt kommen.

Auch Salko Mahmutovic setzt auf Innovation: „Seit 2008 brauen wir unser naturtrübes Box Bräu. Es ist ganz frisch und ohne Konservierungsstoffe, die Nachfrage ist super." Das Box Bräu-Team aus Bochum kam mit einer mobilen Brauerei in die Rheinaue: Aus vier Lagertanks zapften die Brauer das Pils direkt und frisch.



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