Von Birgit Eckes, 28.07.09, 09:00h
Die Münchner Ärztin für Naturheilverfahren ist Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Mesotherapie, in der rund 700 Ärzte und Heilpraktiker zusammengeschlossen sind, und seit Jahren behandelt sie unterschiedlichste Schmerzerkrankungen. „Arthrosen sind zum Beispiel sehr gut behandelbar“, weiß Dr. Knoll. „Es gelingt uns in den meisten Fällen, die Funktion der Gelenke, etwa in den Fingern, wieder herzustellen.“ Auch Alterssichtigkeit und Schwerhörigkeit wird zu Leibe gerückt, „und bei Sportverletzungen haben wir zu 80 Prozent Erfolg“. Eine italienische Studie kam jetzt zu dem Ergebnis, dass das Verfahren auch bei Schulterverkalkungen wirksam sei.
In der Mesotherapie werden gering dosierte Medikamenten- und Wirkstoffmischungen mit vielen extrem feinen Nadeln unter die Haut gespritzt. Der Vorteil: „Die Dosen sind viel geringer, und die Medikamente müssen nicht den belastenden Weg über die Blutbahn nehmen“, erläutert Knoll. „Sie werden rund um die betroffene Stelle in das Bindegewebe eingebracht.“ Was genau der „Cocktail“ ist, der gespritzt wird, hängt natürlich von der Symptomatik ab und wird vom Therapeuten im Vorfeld genau analysiert.
Bei der Behandlung von Schulterverkalkungen etwa injizierten die italienischen Forscher den „Kalziumfänger“ EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) in stark verdünnter Lösung. Anschließend wurde die betroffene Schulterregion 15 Minuten lang mit pulsierendem Ultraschall behandelt. Die Mediziner des San-Salvatore-Hospitals im italienischen LAquila berichten, dass immerhin bei 62,5 Prozent der 40 behandelten Patienten die entzündlichen Kalkdepots, die sich gern im Übergangsbereich zwischen Sehne und Gelenk ansiedeln und von dort aus zu schmerzhaften, gichtartigen Beschwerden führen, aufgelöst hätten. „Die Methode hilft umso besser, je akuter die Beschwerden sind“, sagt Dr. Knoll. „Bei chronischen oder stark ausgeprägten Kalkdepots dauert es länger.“
Behandelt wird aber nicht nur vor Ort, sondern auch entlang der Akupunkturpunkte oder Reflexzonen, zum Beispiel bei Migräne. „Wir haben in slchen Fällen gute Erfahrungen mit spezifischen Wirkstoffcocktails, die wir an der Halswirbelsäule und an den Schläfen verabreichen“, berichtet Dr. Knoll. Bei Alterssichtigkeit habe es sich bewährt, den so genannten Augenrahmen mit durchblutungsfördernden und regenerierenden Mitteln zu spritzen.
In Frankreich ist die Mesotherapie bereits weit verbreitet, und auch bei uns wenden immer mehr Ärzte und Heilpraktiker die sanfte, sehr individuelle Methode an. Das Verfahren wird allerdings nur von den privaten Krankenkassen bezahlt. Für Kassenpatienten ist es eine „IGEL“-Leistung, die aber, versichert Dr. Knoll „wegen des geringen Materialeinsatzes preiswert ist.
Ihre Fragen zur Mesotherapie beantwortet Dr. Britta Knoll morgen von 11-13 Uhr unter der Rufnummer (0221) 1632-222.
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22. April 2012,
E-Werk Köln
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