Von Eveline Kracht, 30.07.09, 22:45h
Mittlerweile werde von einer H1N1-Infektion ausgegangen, wenn Kontakt zu einem Erkrankten bestand und typische Symptome wie Fieber (mindestens 38 Grad) und Husten aufgetreten sind, erklärte Gesundheitsamts-Chef Dr. Jan Leidel. Bis gestern gab es in Köln 110 bestätigte Fälle von Schweinegrippe, wobei die Dunkelziffer deutlich höher einzuschätzen sei. Mit der offiziellen Infektionszahl liege Köln im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten im Mittelfeld. Von den 110 Kölner Bürgern, die sich vor allem in Spanien und USA angesteckt haben, seien akut aber nur noch 20 bis 30 krank. Auch in Köln wird erwartet, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung - „aber nicht alle auf einmal“ - an der Neuen Influenza A / H1N1 erkrankt. Leidel: „Die weltweite Epidemie wird sich im öffentlichen Leben der Stadt bemerkbar machen.“
Laut Vize-Amtschef Dr. Bernhard Schoenemann beträgt in Köln das Durchschnittsalter der Patienten (54 Prozent Männer) derzeit 23 Jahre. Der jüngste Patient war bisher zwei Jahre alt, der älteste 55 Jahre. Dies sei typisch, so Leidel: „Das Erkrankungsalter bei der Neuen Influenza A / H1N1 liegt deutlich niedriger als bei der saisonalen Grippe, von der vor allem über 60-Jährige betroffen sind.“ Bei einer telefonischen Befragung des Gesundheitsamtes hätten von den 34 Patienten 60 Prozent die Infektion als „leicht“ beschrieben, 30 Prozent als „mittel“, so Schoenemann. Acht Prozent empfanden die Schweinegrippe, die kurzzeitig mit hohem Fieber einhergehen kann, als „schwere“ Erkrankung.
Für medizinische Fragen hat die Stadt eine Hotline (221-24215) eingerichtet, die täglich (am Wochenende nur in dringenden Fällen) von 8-18 Uhr besetzt ist.
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