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Umwelt

Grüner Hitzeschild für Köln

Von Manfred Reinnarth, 02.08.09, 22:19h, aktualisiert 03.08.09, 16:18h

Grüne Oasen mitten in Köln: Der Stadtrat will die Hitzeinseln in der City bekämpfen. Umweltexperten sollen ein Konzept erstellen- Parkplätze sollen begrünt, Dächer und Fassaden bepflanzt werden. Für OB-Kandidat Peter Kurth noch zu wenig.

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Bäume für ein grünes Köln: Der Stadtrat will die Hitzeinseln in der City bekämpfen. (Bild: dpa)
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Bäume für ein grünes Köln: Der Stadtrat will die Hitzeinseln in der City bekämpfen. (Bild: dpa)
Innenstadt - Bäume auf den Dächern von Köln, auf Parkplätzen und entlang von Straßen - so stellen sich nicht nur die Grünen inzwischen Möglichkeiten vor, dem Klimawandel zu begegnen. Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zu erstellen, um die sich bei immer wärmerem Wetter bildenden Hitzeinseln in der City wirksam zu verringern. Umweltexperten im Stadtplanungsamt haben mit der Arbeit begonnen. Im August wollen sie zusammenfassen, welche Instrumente ihnen überhaupt zur Verfügung stehen.

Bäume auf Dächern sorgen für Abkühlung

„Es ist gar nicht so einfach in einer so dicht bebauten Stadt wie Köln, auf klimatische Veränderungen zu reagieren“, sagte der stellvertretende Amtsleiter Andreas von Wolff. „Im Winter, und wenn es jetzt im Sommer mal abkühlt, dann wünsche ich mir ab und an sogar eine Wärmeinsel.“ Die Grünen hatten vorgeschlagen, in Bebauungsplänen künftig die Begrünung von Dächern und Fassaden vorzuschreiben, vermehrt Alleen anzulegen und Plätze für eine bessere Luft zu begrünen. Auch Straßen und Höfe sollen grüner werden, und auf Parkplätzen würden bald nicht nur Autos, sondern auch ein paar Bäume stehen. Die Liste der Ideen ist noch länger: Baukörper sollen künftig „geeignet angeordnet“ werden, und ein Entsiegelungsprogramm soll festlegen, wo Beton und Asphalt beseitigt werden können. Zudem sollen bestimmte Flächen, die das Klima positiv beeinflussen können, für die Ausweisung als Bauland tabu werden.

Solche Einschränkungen für künftige Bebauungen hatten die Liberalen noch versucht, mit einer Änderung des Antrags abzubiegen. Sie wollten lieber den Betrieb der Brunnen festgeschrieben wissen. Die CDU scheiterte ebenfalls mit einer Änderung des Antrags und wollte „Analysen“, „Darstellungen“, „Beschreibungen“ sowie einen „Zeit-Maßnahmen-Plan“ durchsetzen. „Der Ansatz der Grünen ist durchaus lobenswert, greift aber zu kurz“, sagt Peter Kurth, CDU-Oberbürgermeisterkandidat. „Ein Gesamtkonzept zu den Folgen des Klimawandels wäre wichtig. Als OB würde ich das CO-Minderungskonzept zur Chefsache machen und den Ausstoß von Treibhausgas bis 2014 um 15 Prozent und bis 2020 um 30 Prozent senken.“

Der Vorstoß der Grünen und die breite Zustimmung im Stadtrat kommt nicht von ungefähr. Es gibt einschlägige Berichte des UN-Klimarates. „Die Studien belegen zunehmende Wetterextreme wie Starkregen und Dürreperioden, eine erhöhte Hochwasser- und Sturmgefahr sowie Gesundheitsgefahren durch neue Schädlinge und Krankheitsüberträger“, sagt die Grünen-Ratsfrau Barbara Moritz. Sie erinnert an den Hitzesommer 2003, der europaweit 70 000 Tote bewirkt habe, an den Sturm Kyrill und eine Zeckenplage. „Bis 2050 haben wir eine Durchschnittstemperatur zu erwarten, die zwei bis drei Grad über der heutigen liegt. Statt an zehn Tagen, wird es dann an 26 oder 30 Tagen mehr als 30 Grad heiß sein.“ Eine grüne Zone über der Stadt könne die Temperaturen um ein bis zwei Grad abmildern. „Brunnen können das unterstützen. Ob man sogar in der Innenstadt Sonnensegel anbringen sollte wie in Frankfurt, muss man aber erst einmal prüfen.“ Sie schätzt, dass es 10 oder 20 Jahre dauert, bis Vorgaben in Bebauungsplänen oder in städtebaulichen Verträgen Wirkung zeigen. „Für finanzielle Anreize aus der Stadtkasse sehe ich bei unserer Kassenlage schwarz.“



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