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Arbeitsmarkt

„Kurzarbeitern droht Jobverlust“

Erstellt 03.08.09, 23:13h

Paket an Maßnahmen: Trotz Krise ist die Arbeitslosigkeit in Köln weniger stark gestiegen als befürchtet. Dennoch müssen jetzt Vorsorge-Maßnahmen getroffen werden, meint Arbeitsagentur-Chef Peter Welters. Denn 16 000 Kurzarbeitern droht die Arbeitslosigkeit.

Köln - Die Arbeitslosigkeit ist in Köln zwar weniger stark gestiegen als befürchtet, aber damit die Zahl der Arbeitslosen nicht noch viel höher wird, ist nach Ansicht von Arbeitsagentur-Chef Peter Welters ein Paket an Maßnahmen nötig. „Ein stabilisierendes Instrument ist die Kurzarbeit“, betont Welters. Er trifft sich regelmäßig mit den SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Dörmann, Dr. Lale Akgün und Rolf Mützenich. Gestern war diese Gesprächsrunde mit dem Chef der Arbeitsagentur in Köln um eine Person erweitert: um den rot-grünen Oberbürgermeisterkandidaten Jürgen Roters.

Sorge bereitet ihm, dass ein Teil der Kurzarbeiter wahrscheinlich in die Arbeitslosigkeit entlassen werden wird. Derzeit ist Kurzarbeit für 16 000 Leute angezeigt. „Die Arbeitslosigkeit wird im Winter deutlich steigen“, prophezeit Welters. Umso wichtiger die Frage, wie der Standort gestärkt, Jobs gesichert werden. Die SPD-Abgeordneten setzen mit Genosse Roters auf ein Paket mit auffangenden Transferangeboten, weiterer Qualifizierung und geeigneten Rahmenbedingungen. Ein stärkerer Schulterschluss von Stadt und Bund ist laut Roters ebenso nötig wie der Ausbau von Dienstleistungssektor und Industriepolitik. Die Besetzung von Ausbildungsplätzen ist gefragt. „Kluge Unternehmen stellen jetzt ein und bilden jetzt aus!“, sagt Roters. Kurzarbeit, eine bessere Vorbereitung von Jugendlichen auf den Arbeitsmarkt, mehr Beschäftigungen für Langzeitarbeitslose seien gefragt.

Derzeit wächst aber unter den unter 25-Jährigen die Arbeitslosigkeit am stärksten. Im Vergleich mit dem Juli 2008 stieg sie um 11,8 Prozentpunkte. „Aber das ist das Stammpersonal der Zukunft!“, warnt Mützenich. Rund 2500 Kölner kamen in Qualifizierungsmaßnahmen unter. Ohne solche Angebote läge die Arbeitslosigkeit um knapp 9000 Personen höher, sagt Welters. Jetzt sind es 55 809.

Ein „guter Branchenmix“ gehört dazu, um von Konjunkturschwankungen unabhängiger zu sein. Umwelttechnologien, Gesundheit, Wissenschafts- und Bildungsbereiche böten viel Potenzial. Die Runde fordert ein verzahntes Paket von Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Stadtentwicklungspolitik. (MW)



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