Von Stephan Brockmeier, 06.08.09, 07:06h, aktualisiert 06.08.09, 12:00h
Damit aber nicht genug: Der Spender passt nicht nur grundsätzlich zu Pischel, sondern er ist auch willens und gesundheitlich in der Lage zur Blutspende, so Hoernel nach einer kurzen Rücksprache mit Pischels Ehefrau Iris weiter. Hoernel: „Das ist schon eine tolle Information. Wir möchten allen danken, die so toll bei der Suche geholfen haben.“
Hoernel sagte weiter, dass die Familie von vornherein auf einen Spender gehofft habe: „Gereon ist kein Exot, deshalb bestand eine gute Chance, einen Spender zu finden.“ Woher die Person kommt, die Pischel nun hoffentlich das Leben retten wird, weiß die Familie nicht. Hoernel: „Die Identität wird nicht bekannt gegeben.“ Die Familie rechne damit, dass es Ende September zur Transfusion kommen wird.
Das Schicksal von Gereon Pischel, beruflich als Vermessungstechniker Mitinhaber einer Firma in Köln, privat Vorsitzender des Familienzentrums Kindergemeinschaft Sülztal, hatte in Rhein-Berg eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Zunächst hatten Pischels Kinder Marius (9) und Nadine (7) auf Plakaten appelliert: „Bitte rettet unseren Papa!“ Der herzzerreißende Appell wurde von den Medien aufgegriffen und über Presse, Radio und Internet weiterverbreitet. Die erste Typsierungsaktion fand am 23. Juli im Bensberger Vinzenz-Pallotti-Hospital statt, wo Gereon Pischels Ehefrau Iris als Gynäkologin tätig ist. Hunderte kamen in die Klinik, ließen sich von Dr. Iris Pischel oder einer anderen Helferin Blut abnehmen; viele zahlten auch die 50 Euro, die die Typisierung jeder einzelnen Blutspende kostet. Bei der ersten Aktion blieb es nicht: In Overath und in Rösrath verband das Deutsche Rote Kreuz seine regulären Blutspende-Termine mit der Typiserungsaktion, zudem gab es einen weiteren Spendentermin im Bensberger Krankenhaus.
Hoernel: „Bei den Typisierungen im VPH sind insgesamt 1100 Proben genommen worden, die wir alle selbst zur weiteren Untersuchung nach Köln gebracht haben.“ Weitere 300 Proben seien bei den Blutspende-Terminen des DRK zusammengekommen. „Außerdem haben wir davon gehört, dass in nur einer Woche 700 Menschen in der Kölner Uni-Klinik Blut gespendet haben und zum Teil stundenlange Wartezeiten in Kauf genommen haben.“
Die Familie weiß nicht, ob es eine der aktuellen Proben war, durch die der Spender gefunden wurde. Hoernel: „Das macht aber auch nichts. Vielleicht kann ja durch die Blutspenden irgendwo auf der Welt einem weiteren Menschen das Leben gerettet werden.“
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