Von Christian Deppe, 10.08.09, 21:34h, aktualisiert 10.08.09, 21:44h
Das Stifterpaar, das noch ungenannt bleiben möchte, will die Kosten für den Erweiterungsbau in Höhe von rund fünf Millionen Euro nur übernehmen, wenn der Entwurf von Hanspeter Kottmair umgesetzt wird und nicht der des Büros „raumzeit“, des Siegers eines Wettbewerbs. Gestern äußerten zwar alle Parteien Bedauern darüber, dass die Zusammenarbeit beider Büros geplatzt ist. Aus diesem Grund auf die Schenkung zu verzichten, kam für die Mehrheit aber nicht in Frage.
Die Architekten- und Ingenieurleistungen für den Neubau wie auch für Umbau und Sanierung der Altbauten sowie die Innenraumplanung sollen von der Stiftung in Auftrag gegeben werden. Da es unterschiedliche Auffassungen darüber gebe, ob diese Vorgehensweise mit dem Vergaberecht im Einklang steht, soll sie vorsorglich noch einmal juristisch geprüft werden, kündigte Oberbürgermeister Fritz Schramma an.
Auch im Schenkungsvertrag sieht der BDA gleich mehrere Fallstricke. Etwa in der Verpflichtung der Stadt, das Museum auf unbegrenzte Zeit als organisatorische Einheit am jetzigen Ort zu betreiben. Andernfalls kann die Stiftung vom Vertrag zurücktreten und die investierte Summe zurückfordern. Dass die Stadt solche Zusicherungen „für immer und ewig“ abgeben will, sorgt auch bei den Grünen für Unverständnis, wie Barbara Moritz unterstrich.
Die Vorlage des Kulturdezernats lasse mehr Fragen offen, als sie beantworte, kritisierte auch SPD-Fraktionschef Martin Börschel. Die Verwaltung habe deshalb noch einiges nachzuarbeiten. Darunter dürften aber nicht die Stifter leiden, waren sich CDU, SPD und FDP einig. Die Entscheidung begründe eine neue Ära in der Geschichte des Stadtmuseums, werde sich positiv auf die Wahl des neuen Museumsdirektors aus wirken, sei ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Museumslandschaft und eine Würdigung des Mäzenaten- und Stiftertums, freute sich Schramma.
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