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Freie Fahrt für Rollstuhlfahrer

Neue Selbsthilfegruppe gegründet

Von Frank Klemmer, 11.08.09, 20:35h

Bergheim hat die Selbsthilfegruppe Handicap gegründet. Sie soll die Bedingungen für Rollstuhlfahrer in der Kreisstadt verbessern und für mehr „Barrierefreiheit“ sorgen.

Bergheim - Hanne Wieland, die selbst im Rollstuhl sitzt, bringt es auf den Punkt: „Es wäre schön, wenn man darüber irgendwann nicht mehr reden müsste.“ Sie meint das Thema „Barrierefreiheit“, das nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch im Wohnungsbau zwar zunehmend Beachtung findet, oft aber auch ganz einfach vergessen wird.

Um dies vor allem in der Kreisstadt zu ändern, hat sich in Bergheim im Mai dieses Jahres ein neuer Verein gegründet: die Selbsthilfegruppe Handicap. Entstanden ist sie aus einem 2006 gestarteten Projekt zur Freizeitgestaltung für Menschen mit und ohne Behinderung. Als gemeinsame Aktionen gab es Kegelabende, einen Stammtisch als Gesprächskreis und Grillfeste mit 40 bis 50 behinderten und nichtbehinderten Teilnehmern.

2008 schloss sich auch die freie Initiative „Hatoni“ (benannt nach ihren drei Gründern: Hanne, Torsten, Nicole) dem Projekt an.

Am Freitag, 14. August, ab 13 Uhr möchte der junge Verein mit den Bergheimer Bürgern einen „Tag der Begegnung“ feiern. Jüngst präsentierte der Verein in Anwesenheit der stellvertretenden Landrätin Irmtraud Lindemann und Bergheims Bürgermeisterin Maria Pfordt das Programm für den Begegnungstag, den die Bürgermeisterin am Freitag eröffnen wird.

Auf der Liste der musikalischen Beiträge zum Fest stehen Auftritte der Bands Bapunzo, Querbeet und Green Garage. Außerdem gibt der Bedburger Künstler Konradin ein Gastspiel. Neben einer Hüpfburg für Kinder soll auch ein Rollstuhl-Parcours abgesteckt werden, der gerade für Nichtbehinderte eine echte sportliche Herausforderung darstellen dürfte.

Was man mit einem Rollstuhl sonst noch alles machen kann, zeigen die Rollstuhlbasketballer von den „Rolling Tigers“ in einem Einlagespiel, das um 17.30 Uhr angepfiffen wird.

Im Rahmen des Begegnungstages will die Selbsthilfegruppe Handicap aber vor allem ihre Mitmenschen informieren. Es wird Interviews zu Themen wie „Persönliches Budget“, „Ambulant Betreutes Wohnen“ und zur zwar inzwischen verabschiedeten, aber immer noch kaum bekannten UN-Behindertenrechtskonvention geben.

Auf der Suche

nach weiteren

Mitgliedern

Unterstützt wird der Verein um den Vorsitzenden Stefanos Dulgarakis von einigen Partnern: der St.-Augustinus-Behindertenhilfe, der Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen im Rhein-Erft-Kreis, der Behindertensportgemeinschaft (BSG) Bergheim und der unter „KoKoBe“ zusammengefassten Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsangebote in Bergheim.

Mit der Veranstaltung will die Selbsthilfegruppe (SHG) auch um neue Mitglieder werben und vor allem Menschen ohne Handicap für ein ehrenamtliches Engagement begeistern. Die Bürgermeisterin ist bereits Ehrenmitglied, nachdem ihr die entsprechende Urkunde als Dank für ihr Engagement überreicht wurde. „Ich wäre gerne auch ganz privat in den Verein eingetreten“, sagte Maria Pfordt. Der Beitrag sollte nicht das Problem sein. Einen Euro im Monat kostet die Mitgliedschaft. Kontakt aufnehmen zum Verein kann man über Dieter Rauch, der unter der Rufnummer (0 22 72) 90 62 56 zu erreichen ist, oder über Hanne Wieland unter der Telefonnummer (0 22 71) 99 37 22.



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