Von Arnd Gaudich, 14.08.09, 18:46h
Im wirklichen Leben sind Rainer Diederich und seine Freunde Ingo Hamm und Josias Alius ziemlich nette Kerle. Um böse zu sein, musste sich das Trio trotzdem nicht groß verstellen. Denn für den Film machten sie ausschließlich das, was sie sowieso in Perfektion beherrschen. Auf ihren Quads düsten sie durch einen belgischen Wald. So tun sie es auch auf oberbergischen Strecken. „Doch in Oberberg ballern wir nicht mit Maschinengewehren durch die Gegend“, stellt Diederich klar.
Der Rädelsführer der rasenden Terroristen ist auch im echten Leben Chef. Diederich gehört das Quadcenter in Gummersbach, wo Josias Alius als Kraftfahrzeugmeister arbeitet. Ingo Hamm aus Kirchhundem ist Freund des Hauses und fährt mit Diederich seit Jahren Quad-Touren im unwegsamen Gelände. Auf Erddeponien und in Wäldern haben sie sich und ihr Gefährt bis an die Grenzen der Belastbarkeit ausgetestet. Das kompakte Kubikmonster seitlich auf zwei Rädern zu fahren, ist für Diederich und Hamm kein Problem. Ebenso gehören Kehrtwenden mit quietschenden Reifen zu ihrem Repertoire und „Wheelys“ - das Aufbäumen auf den Hinterreifen.
Dass es in Gummersbach wahre Quad-Künstler gibt, wussten auch die Produzenten von „Cobra 11“. Die gehören zur Kölner Firma Action Concept, die Diederich bereits einige Male besucht hatte. So kam im März der Anruf: Die Produzenten buchten Diederich und Kollegen für den Pilotfilm zur neuen Staffel. „Wir haben weder ein Drehbuch bekommen, noch wurde uns gesagt, worum es in dem Film gehen wird“, berichtet Hamm. Das Trio erfuhr nur, dass es am 14. April an einem bestimmten Ort in Belgien samt Quads auftauchen sollte. „Mir ging ganz schön die Düse“, schildert Alius sein Lampenfieber. Und tatsächlich war der Dreh überaus aufregend.
Um die halsbrecherische Fahrt durch den Forst samt Schusswechsel mit der Kamera einzufangen, arbeitete eine riesige Mannschaft drei Tage lang. Auf zwei Quads fuhren die beiden Filmhelden, „Semir“ Erdogan Atalay und sein Partner „Ben“ Tom Beck, voraus. Dicht an ihren Fersen die Terroristen auf den anderen drei Quads. Die Zuschauer werden Diederich, Hamm und Alius im Film nicht identifizieren können. Alle drei sind mit Masken vermummt.
Von der Zusammenarbeit mit den Gummersbachern waren die Filmemacher begeistert. Und auch Diederich und Kollegen können sich gut vorstellen, noch einmal im Fernsehen mitzuwirken. „Es herrschte eine wunderbar kollegiale Atmosphäre“, sagt Alius. „Auch die Hauptdarsteller waren sehr nett.“
Diederich und Kollegen fiebern nun dem 3. September entgegen. Erst wenn „Cobra 11“ auf Sendung geht, werden sie sehen, wie ihre Stunts im Fernsehen aussehen.
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