Erstellt 19.08.09, 07:18h
Er wolle, sagte er in Anspielung auf angebliche industriepolitische Papiere, die in seinem Haus erarbeitet worden sein sollen, nicht seitenlang Konzepte verlesen, sondern das Herz sprechen lassen. So etwas kommt immer an, und als zu Guttenberg das wackelige Rednerpult beiseite schob und frei redete, hatte er schon gewonnen. Und als er dann noch ein klares Bekenntnis für den Bonner Dienstsitz seines Ministerium ablegte, gab es noch mal eine Portion Beifall extra.
Der Minister versprach, bis zum letzten Tag im Amt seine Arbeit tun zu wollen, das sei wichtiger, als auf Mitbewerber einzudreschen. Er habe jedenfalls genug zu tun, weil sich die Auswirkungen der Krise erst im nächsten Jahr zeigten, auf dem Arbeitsmarkt und auch bei einigen Finanzdienstleistern. So viel Ehrlichkeit sind wir der Bevölkerung schuldig. Daher müssten jetzt die Grundlagen gelegt werden, um den Krisenfolgen zu begegnen. Da sei Zuversicht gefragt, und nicht Deutschland sucht den Superpessimisten. Bei einem Wirtschaftswachstum von minus 6 Prozent müsse darüber geredet werden, welches Potenzial an Kreativität dieses Land habe. Guttenberg: Wir müssen Aufbruch leben, nicht vom Aufschwung träumen. Die Regierung sei bereit, Unternehmen, die von der Krise gebeutelt worden seien, ein Stück zu helfen, aber retten müssen sie sich selbst. Den Großbetrieben machte er klar, sie dürften die Krise nicht nutzen, um von eigenem unternehmerischen Versagen abzulenken. Auch dafür gab es Beifall. (dbr)
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