Von Eveline Kracht, 20.08.09, 21:03h
„Unbedingt Anzeige erstatten“
Der Verein beklagt unter anderem, dass Stadt, KVB und viele Hausbesitzer nach Attacken von Farbschmierern angeblich keine Anzeigen mehr erstatten. Dadurch werde in der Statistik der Eindruck erweckt, dass die Straftaten zurückgingen, so Hauptgeschäftsführer Thomas Tewes. Genau das Gegenteil sei der Fall. Auch die laut Tewes aus Personalmangel aufgelöste Ermittlungskommission „Farbe“ bei der Polizei müsse wieder her: „Die Beamten standen nachts an Brennpunkten und hatten hohe Erfolgsquoten.“
Dabei habe sich gezeigt, dass die Täter vielfach gut situierten Familien entstammten und nur „den Kick“ suchten. Insofern hält der Verein von legal ausgewiesenen Flächen zum Besprühen gar nichts. Ein Dorn im Auge ist dem Verband der privaten Wohnungswirtschaft nicht zuletzt die Rechtsprechung. Auch wenn das Beschmieren öffentlicher und privater Flächen aller Art als Sachbeschädigung gelte, mache die Rechtsprechung in Köln, im Gegensatz zu anderen Städten, den Tätern geradezu Mut, so Tewes. „Es gibt kaum Geldstrafen, nur Sozialstunden.“
Weil Graffiti - jüngst sogar mit hochgiftiger Flusssäure - beim Thema „Saubere Stadt“ nicht auszuklammern seien, erwartet der Verein, dass Politik, Verwaltung und städtische Gesellschaften „eine einheitliche Linie“ gegen Schmierereien verfolgen - und legale Sprühaktionen nicht billigen. Tewes: „Wie wollen Sie Jugendlichen erklären, dass einige von ihnen legal sprühen dürfen, die anderen aber nicht?“ Von politischer Seite müsse außerdem Druck auf die Hersteller von Utensilien zum illegalen Sprayen ausgeübt werden. Zum Teil handele es sich um namhafte Unternehmen, die zugleich die Materialien zur Entfernung der Farbe im Sortiment haben.
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