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Kommentar - Wahl in Afghanistan

Frist läuft ab

Von Thomas Franke, 20.08.09, 22:46h, aktualisiert 21.08.09, 10:12h

Eine Blamage für den Westen: Das ist das bittere Fazit der Wahlen in Afghanistan. Eine Mischung aus Angst und Resignation hat viele abgehalten, überhaupt wählen zu gehen. Selbst 300 000 Polizisten und Soldaten konnten die Sicherheit nicht garantieren.

Eine Blamage für den Westen: Das ist das bittere Fazit der Wahlen in Afghanistan. Eine Mischung aus Angst und Resignation hat viele abgehalten, überhaupt wählen zu gehen.

Selbst 300 000 Polizisten und Soldaten konnten die Sicherheit nicht garantieren. Dabei waren die gestrigen Anschläge der Taliban mit 50 Toten - gemessen an der Größe des Landes - nur „Nadelstiche“. Doch die Rebellen sind heute im Gegensatz zur Wahl 2004 wieder eine ernste Bedrohung. Zudem ist die geringe Wahlbeteiligung Ausdruck der Enttäuschung, dass es die Regierung nicht schaffte, ernsthaft die Übel Korruption und Drogen anzugehen - auch weil sich Präsident Hamid Karsai arrangierte mit Drogenbaronen und Warlords. Traurig zudem: Ernsthafte Alternativen zu Karsai sind nicht in Sicht, um sowohl beim Kampf gegen Taliban als auch bei dem gegen Drogen und Korruption erfolgreich zu sein.

Damit das Land nicht in das Chaos vergangener Jahre zurückfällt, müssen die Beteiligten an der Afghanistan-Mission schnell wirksame Strategien entwickeln, um den zivilen Aufbau zu stärken. Richtig angepackt werden muss auch die Ausbildung von Polizei und Militär. Mit bloßem „weiter so“ ist Afghanistan nicht gedient. Und die Frist läuft ab.



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