Schriftgröße

Freilichtmuseum Kommern

„Motorbienen“, Ravioli und Nierentisch

Von Johannes Mager, 24.08.09, 07:00h, aktualisiert 24.08.09, 11:52h

Am Wochenende gab es in Kommern viel zu erleben: Das Freilichtmuseum versetzte Besucher zurück in das Jahr 1959. ZeitBlende 1959 - Das Museumsfest der Erinnerungen“ lautete das Motto an diesem Wochenende. Ein Schwelgen in Erinnerungen.

Freilichtmuseum
Bild vergrößern
Flashback zum Wochenende: Das Freilichtmuseum in Kommern versetzte seine Besucher zurück in das Jahr 1959. (Bild: Mager)
Freilichtmuseum
Bild verkleinern
Flashback zum Wochenende: Das Freilichtmuseum in Kommern versetzte seine Besucher zurück in das Jahr 1959. (Bild: Mager)
KOMMERN - „Die Krawatte ist noch von Trevira“, betonte Michael Faber, stellvertretender Leiter des Kommerner Freilichtmuseums - und ein Raunen der Erinnerung ging durch die Zuschauerreihen. Ein glänzendes Dunkelgrün mit schwarzen Punkten zierte den Binder. Doch es gab noch viel mehr Gegenstände, die begeisterten - etwa die Geräte, die Annette Hartmann von der Firma „eßkultur“ den Zuschauern präsentierte. ZeitBlende 1959 - Das Museumsfest der Erinnerungen“ lautete das Motto an diesem Wochenende in Kommern.

Und während sich Ellen aus dem Publikum mit einem Original-Handrührgerät aus den Fünfzigern am „Kalten Hund“ versuchte, vollendete Angelika die Mokka-Cremetorte. Die Arbeitsfläche des Küchentischs, an dem beide hantierten, bestand natürlich aus einer Resopalplatte.

Unterdessen rief Annette Hartmann den übrigen Zuschauern das Wohnzimmermobiliar aus den Fünfzigern, das ebenfalls auf der Bühne aufgebaut worden war, in Erinnerung: Nierentisch, Tütenlampe, Clubsessel und Etageren für Topfpflanzen.

Eins der wichtigsten Getränke der damaligen Zeit schien „Mariacron“ gewesen zu sein. Denn die Cocktails, die sie mixte, griffen nahezu allesamt auf diese Zutat zurück. Dem besagten Weinbrand gemeinsam mit einer Scheibe Zitrone und einer Kaffeebohne wurde von der Zeitschrift „Schöne Stunde“ nachgesagt, dass er „die Magenwände kost“.

Zwei revolutionäre Erfindungen erweiterten 1959 die Küche der Deutschen in anderer Hinsicht: Maggi füllt die erste Dose Ravioli ab und die Berlinerin Herta Heuwer aus Berlin meldete ihr Sauce „Chillup“ zum Patent an - die Currywurst war geboren. Doch man wollte nicht nur gut essen, sondern ebenso aussehen.

Vor allem beim Tanzen war dies äußerst wichtig. Wie das geht, konnten die Museumsbesucher bei den „Holly Hoppers“ Beate und Kai-Ingo Weule lernen. „Wir wollen ja cool aussehen“, war sich Kai-Ingo Weule sicher.

Deshalb mussten Figuren wie der „Big Boss“, auch „Macker“ genannt, richtig sitzen. Unterstützt von der Tanzformation „Juke-Box-Angels“ luden sie die Museumsbesucher ein, sowohl bei Boogie-Woogie und RocknRoll als auch bei Gruppen- und Reihentänzen mitzumachen.

Ein richtig stimmiges Bild bei großartiger Stimmung gab es, als die „Juke-Box-Angels“ zum Tanz einluden und dazu „Teddy Technik“ mit seinen „Effekthaschern“ die RocknRoll-Musik live zu Gehör brachten.

Dabei setzten sie natürlich vor allem auf die damals so beliebten deutschen Versionen der englischsprachigen Superhits „Das ist ne Party“ oder auch das Lied von der „Motorbiene“.



Die Kölnische Rundschau im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Rundschau zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Bildergalerien


Rundschau-Forum


Rundschau-Service


Rundschau auf Facebook

Kölnische Rundschau on Facebook

Rundschau-Service


RHEINLAND WETTER


Aktion


Extra


Extra




Extra


Dienste