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Angela Merkel

Eine Kanzlerin zum Anfassen

Von Sandro Schmidt, 26.08.09, 09:53h, aktualisiert 26.08.09, 14:34h

Angela Merkel gibt sich in Bonn volksnah. Zum 60. Jahrestag der Wahl Konrad Adenauers will sie die Bundesstadt schon im September wiedersehen und von dort aus im Wahlkampfzug auf Deutschlandtour starten.

Angela Merkel
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Angela Merkel bei ihrem Wahlkampf-Besuch in Bonn. (Bild: dpa)
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Angela Merkel bei ihrem Wahlkampf-Besuch in Bonn. (Bild: dpa)
BONN - Angela Merkel gibt sich volksnah. Unter den klängen der Rolling Stones („Start me up“) nimmt sie das Bad in der Menge, schüttelt Hände. Ein paar freundliche Worte zu denjenigen unter den Tausenden auf dem Bonner Markt platz, die die vorderen Plätze an den Drängelgittern ergattern konnten. Wenige Tage vor der Kommunalwahl ist sie in die ehemalige Bundeshauptstadt gekommen, um Christian Dürig, den OB-Kandidaten der CDU und die Seinen sowie den Bundestagskandidaten Stephan Eisel zu unterstützen.

Auf dem Podium geht es erst einmal um Privates: Was ist das Schönste an einem freien Tag, was ist für sie Luxus? Ausschlafen, kochen, Ruhe und Zeit zu haben für den Partner, für intensive Gespräche, antwortet sie. Soll heißen: Ein Mensch wie Du und ich. Eine Kanzlerin zum Anfassen.

Das politische Thema des beginnenden Bundestagswahlkampf intoniert zunächst NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Er warnt vor rot-roten Bündnissen in Kommunen wie im Bund, und schimpft zugleich auf die „ungezügelte Marktwirtschaft“, die in die jetzige Finanzkrise geführt habe, fordert „klare Regeln für die Märkte“, meint, dass es keine Bonus-Zahlungen für Manager geben dürfe, deren Betriebe nun mit Steuergeldern gerettet werden müssten, und verlangt mehr „Schonvermögen für Menschen, die in Hartz IV fallen“. Damit trifft er die Stimmungslage der meisten Zuhörer vor dem Rathaus.

Die Kanzlerin redet nicht ganz so kämpferisch, nicht so konkret: Sie muss im Zweifel in der künftigen Bundesregierung umsetzen, was sie jetzt im Wahlkampf zusagt. Wirtschaftswachstum sei wichtig, um die Schuldenlast abzutragen, Bildung, Klimaschutz, Bürokratieabbau und Forschung. In weichen Formulierungen spricht sie von Steuersenkungen. Ihr Grundtenor: Es war die CDU unter Konrad Adenauer, die vor 60 Jahren die Bundesrepublik aufgebaut hat, es war die CDU unter Helmut Kohl, die die Einheit bewältigt hat, und - wenn die Bürger ihr Vertrauen - werde es auch die CDU unter Angela Merkel schaffen, das Land „aus der schwersten wirtschaftlichen Krise der Bundesrepublik“ zu führen.

Diesen Dreiklang wird sie am Abend im Plenarsaal des alten Bundestags wiederholen, wo die Unionsfraktion ihr 60-jähriges Bestehen feiert und wo sie die Arbeit der Abgeordneten einerseits würdigt, andererseits diese auf die Herausforderungen der Zukunft einschwört. Die Bundesstadt Bonn wird die Kanzlerin schon bald wiedersehen: Am 60. Jahrestag der Wahl Konrad Adenauers, am 15. September, will sie von dort aus wie der Vorgänger im Wahlkampfzug auf Deutschlandtour starten.



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