Erstellt 06.09.09, 21:37h
Bereits am 4. September, einem Montag, fanden sich in Leipzig erstmals 1000 Menschen zu einer Demonstration zusammen, und das wiederholte sich nun mit immer längeren Zügen an jedem Montag. In der Nacht vom 9. auf den 10. September wurde die Bürgerrechtsbewegung „Neues Forum“ gegründet, in der folgenden Nacht öffnete Ungarn seine Grenzen zu Österreich. Der Zusammenbruch der DDR hatte begonnen, auch wenn SED-Chef Erich Honecker noch am 22. September meinte, „feindliche Aktionen“ im „Keime ersticken“ lassen zu können. Dass er sich nicht durchsetzte, gehört zu den größten Glücksfällen deutscher Geschichte.
Kaum zu fassen, dass das schon 20 Jahre her ist. Allzu gegenwärtig erscheint die dramatische Geschichte dieses Wende-Herbstes heute noch. Und sie scheint auch nicht wirklich aufzuhören. Alte Stasi-Leute ziehen in den Erfurter Landtag ein, weite Teile Deutschlands sind immer noch vom Konkurs des SED-Regimes geprägt. Kaum zu fassen auch, wie schnell damals alles ging. Am 9. November, genau zwei Monate nach dem Stasi-Bericht für Krenz, wurde die Berliner Mauer geöffnet. Das hätte sich im September kaum einer von den Montagsdemonstranten träumen lassen, und viele hätten die deutsche Einheit in ihrer dann vollzogenen Form auch gar nicht gewollt. Der Wende-Herbst 1989 riss auch dramatisch neue Perspektiven auf. Vermeintlich Sicheres brach von einem Tag auf den anderen zusammen, vermeintlich seriöse Einschätzungen wurden über Nacht zu Makulatur.
Das zeigt Rundschau-Mitarbeiter Horst Breiler in seiner Serie „Das Jahr der Wende“: Kein Rückblick aus heutiger Warte, sondern eine Art Tagebuch aus der Sicht des Jahres 1989. In lockerer Folge schildert Breiler von heute an markante Details der Wendezeit: Ja, wirklich, das ist jetzt genau 20 Jahre her. (rn)
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