Von TOM STEINICKE, 09.09.09, 07:00h
Jetzt hatte Herbert Born für die Fußballfans und ihre Begleiter aus den vier Werkstätten in Kuchenheim, Kall, Zingsheim und Ülpenich erstmals Karten für ein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft besorgt. Der Vorsitzende des Fördervereins Haus Lebenshilfe konnte aus persönlichen Gründen zwar nicht mitfahren, aber er wird sicher nur Gutes von allen Teilnehmern berichtet bekommen haben.
Denn die Plätze konnten sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. In den Reihen drei und vier der Südtribüne, direkt hinter dem Tor, konnte die Gruppe Platz nehmen und somit die Führung der deutschen Nationalmannschaft durch Mario Gomez aus nächster Nähe sehen. Bevor die Nationalelf mit lauten Deutschland, Deutschland-Schlachtrufen auf der Rückfahrt gefeiert werden konnte, ging es rund sechs Stunden vorher in Ülpenich auf die erste Länderspielreise der Geschichte der Nordeifelwerkstätten. Wie es sich für echte Fans gehört, im typischen Sommermärchen 2006-Outfit mit Fähnchen, Trikots und Deutschlandkappe. Auch die Kölner-Nationalhymne Viva Colonia durfte nicht fehlen, als der Bus das Leverkusener Ortsschild passierte. Aufgrund einer Fehlinformation konnte der Bus dann allerdings nicht wie geplant direkt am Stadion halten. Daher stand noch vor dem Anpfiff die erste Ehrenrunde auf dem Programm.
Pünktlich im Stadion war man natürlich trotzdem und dort sahen die Mitarbeiter der Nordeifel-Werkstätten ein gutes Länderspiel mit einem verdienten Sieger. Mit 2:0 setzten sich die Kicker von Bundestrainer Jogi Löw gegen Südafrika, den Gastgeber der kommenden Weltmeisterschaft, durch. In der fast ausverkauften BayArena machten die Vuvuzelas, die traditionellen Tröten der Fans der Südafrikaner, einen Heidenlärm. Davon inspiriert schwappte eine La Ola nach der nächsten durch die Ränge des Stadions. Und natürlich rissen auch die Zuschauer aus dem Kreis bei jeder Runde die Arme in die Luft und feierten mit.
Als dann auch noch Lukas Podolski im zweiten Spielabschnitt auflief, kannte die Freude unter den Fans keine Grenzen mehr. Ein Tor blieb dem Fan-Liebling allerdings verwehrt.
Mehr als die schönste
Nebensache der Welt
Das Haus Lebenshilfe übernahm nicht nur die Kosten der Fahrt, sondern auch den Preis für die Eintrittskarten. Obwohl die Tickets für behinderte Menschen ermäßigt sind, hat die Tour nach Leverkusen insgesamt weit über 1000 Euro gekostet. Die Investition sollte sich aber mehr als gelohnt haben, denn in den Nordeifel-Werkstätten wird man mit Sicherheit noch lange über die Länderspielreise sprechen. Fußball ist manchmal doch ein wenig mehr als die schönste Nebensache der Welt.
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