Von Johannes Mager, 14.09.09, 07:00h, aktualisiert 14.09.09, 17:09h
Natürlich war es nicht der Bochumer persönlich, der die Bühne auf dem Klosterplatz betreten hatte, sondern Imitator Fred Niebert, der mit der „Deutschrock-Legenden-Show“ die Besucher des Biermarktes unterhielt.
Zwar ähnelte seine Stimme der von Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen nur wenig, doch die Musik war gut - und das gefiel den Biermarkt-Besuchern. Schließlich sind die Texte der „Legenden“ mitsing-tauglich. Täuschend echt klang hingegen Kerstin Dvoroznek, als sie als Nena zum Mikro griff. Bereits am Abend zuvor bewiesen „Still Collins“ ihre Klasse als Genesis- und Phil Collins-Coverband.
Kampfansage an die „Wildpinkler“
Auch wenn Sänger Sven Komp optisch wahrlich keine Ähnlichkeit zum kleinen Ex-Genesis-Schlagzeuger Phil Collins aufweist, klingt sein Gesang fast wie der des Originals.
Am Freitag- und am Samstagabend stieß der Klosterplatz an die Grenzen seiner Kapazitäten. Er war von einer großen Besuchermenge bevölkert.
Der Biermarkt entpuppte sich als voller Erfolg - sowohl für die Besucher als auch für die Beschicker.
Dabei hatte der Dürener Gerhard Suhr, der die „Biermärkte“ in verschiedenen Städten organisiert und jetzt auch vom Stadtmarketingverein Zeus beauftragt worden war, nur fünf Wochen Zeit zur Vorbereitung. Wegen des Zeitdrucks hatte er keine regionalen Biersorten angeboten, sondern auf seine Stamm-Beschicker zurückgegriffen. Doch das soll sich im kommenden Jahr ändern. Und noch mehr: „Dann wollen wir möglichst auch den Alten Markt und die dortigen Gastronomen einbinden“, so Suhr.
Aus Rücksicht auf die Kneipen habe er diesmal auf die großen Biersorten, die dort ausgeschenkt werden, verzichtet. Die Palette der angebotenen Gerstensäfte war reichhaltig und reichte von Kirsch- und Apfelbier aus Belgien, polnischem Bier, Schwarzbier, Zwickl aus Salzburg bis zu einem spanischen Import - alles frisch vom Fass. Genauso vielfältig wie die 300 Biersorten waren die Formen der Gläser. Die reichten vom Kelch bis hin zur Maß fürs Weißbier. Das ein oder andere Exemplar dürfte nun die heimischen Schränke der Biermarkt-Besucher bereichern. Die exotischsten Sorten gab es in einem Wagen. Dort hatte man sich auf Flaschen-Biere spezialisiert. Die Besucher konnten testen, ob Schokoladenbier tatsächlich trinkbar ist. Ein Renner dort schien das „Duff-Bier“ zu sein, das als Homer Simpsons Lieblings-Getränk ursprünglich ein reines „Comic-Bier“ war.
Dass „Bier treibt“, ist eine altbekannte Weisheit. Daher war es ärgerlich, dass keine mobilen sanitären Einrichtungen in unmittelbarer Nähe vorhanden waren. So mussten die Besucher ihre Biere ins City-Forum „wegtragen“. „Der Platz reichte nicht, um Toiletten aufzustellen“, erklärte Suhr das Manko.
So kam es auch zu unschönen Szenen. Einigen Männern schien der Weg zum City-Forum zu weit zu sein. Sie erleichterten sich zu später Stunde kurzerhand an den Ecken des Platzes. Diesen „Wildpinklern“ will Suhr im kommenden Jahr keine Chance mehr geben: Sie sollen durch Gitter gestoppt werden.
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