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Hochwasser-Übung

„Überflutung in der Altstadt“

Von Tobias Carspecken, 13.09.09, 21:51h

Rund 500 Kräfte von Feuerwehr, THW, DLRG, Polizei und Hafengesellschaft haben am Wochenende für den Ernstfall geübt - ein „Jahrhunderthochwasser“ von 11,10 Metern in Köln. Beim Aufbau des Schutzwalls hakelte es etwas, dennoch waren die Mitwirkenden zufrieden.

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Noch ein harmloses Beispiel für Hochwasser am Rodenkirchener Rheinufer Anfang 2009. Am Wochenende probten die Einsatzkräfte das Szenario mit einem Pegelstand von über elf Metern. (Archivbild: Bernd Schöneck)
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Noch ein harmloses Beispiel für Hochwasser am Rodenkirchener Rheinufer Anfang 2009. Am Wochenende probten die Einsatzkräfte das Szenario mit einem Pegelstand von über elf Metern. (Archivbild: Bernd Schöneck)
Köln - Hunderte Helfer bauen eine über drei Kilometer lange mobile Schutzwand auf, um Köln vor den Fluten des steigenden Rheins zu bewahren. Währenddessen kämpfen Sanitäter im Kranhaus II um das Leben eines bewusstlosen Pförtners, Feuerwehrleute löschen von Spezialbooten aus den Brand in einer Bootshalle. So weit das „Drehbuch“ der großen Hochwasserschutzübung, bei der die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) mit rund 500 Kräften von Feuerwehr, THW, DLRG, Polizei und der HGK (Häfen und Güterverkehr Köln AG) am Freitag und Samstag im Einsatz waren.

Eine wichtige Erkenntnis der Übung: Wäre der Rhein am Wochenende tatsächlich wie angenommen auf 11,10 Meter gestiegen, wären Teile der südlichen Altstadt überschwemmt worden. „Wir haben unser Übungsziel trotzdem erreicht, denn im Lagezentrum hat das Zusammenspiel aller Beteiligten funktioniert. Außerdem konnten alle auf die Informationen des neuen Flutinformations- und Warnsystems zurückgreifen“, erklärte StEB-Vorstand Otto Schaaf. „Die Überflutung in der Altstadt hat jedoch gezeigt, dass die notwendigen Materialien früher hätten angeliefert werden müssen.“ Seit 2004 sind die Stadtentwässerungsbetriebe für den Hochwasserschutz in Köln zuständig.

Behinderung durch Schaulustige

Mit der Übung verfolgten die Organisatoren im Wesentlichen drei Ziele: die Koordination in der Leitstelle zu üben, die Hochwasserschutzzentrale in ihrer Funktion zu stärken und das Zusammenwirken der Hilfskräfte vor Ort zu proben. Im Vordergrund stand der Aufbau der 3,18 Kilometer langen mobilen Aluminiumwände, die im Linksrheinischen zwischen Bastei und Rheinauhafen Schutz bis zu einem Pegelstand von 11,30 Meter geben sollen. Reinhard Vogt, der Leiter der Hochwasserschutzzentrale, der die Übung geplant hatte, äußerte sich in einer ersten Bilanz dennoch zufrieden. „Die Panne in der südlichen Altstadt war allerdings nicht eingeplant“, gab er zu. „Wir haben es in diesem Bereich nicht geschafft, die mobilen Wände rechtzeitig aufzubauen.“

Probleme gab es auch mit Schaulustigen, die die Einsatzkräfte stellenweise behinderten. „Die Absperrungen müssen künftig konsequenter erfolgen“, betonte Otto Schaaf von den Steb. Ein detailliertes Ergebnis der Übung, bei der auch 66 Beobachter im Einsatz waren, wird in etwa zwei Wochen erwartet.

Bewährt hat sich nach Angabe der Verantwortlichen das neue Flutinformations- und Warnsystem „Fliwas“, das im Rahmen dieser Übung erstmals getestet wurde. Es sei zu keinerlei Fehlern oder Hängern gekommen. „Das neue Warnsystem, das eine relativ lange Entwicklungszeit benötigt hat, ist ein Riesenschritt nach vorne“, freute sich Reinhard Vogt über die gelungene Premiere. Wie er berichtete, gibt es bereits Anfragen aus Niedersachsen, Sachsen und Rheinland-Pfalz.



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