Von Peter Vollmer, 15.09.09, 20:38h, aktualisiert 15.09.09, 21:06h
„Die Idee hatte Charme - und die Rückmeldungen sind durchweg positiv“, sagt Baues und lehnt sich entspannt zurück. Er könnte auch gestresst sein: Der Internetauftritt ist erst seit kurzem online, Werbung gibt es noch nicht und die Wirtschaftskrise ist omnipräsent: Es gibt viel zu tun. Aber der Wahlkölner glaubt an sein Unternehmen: „Ich bin froh, nicht in Immobilien, sondern in Ideen investiert zu haben.“
Baues sammelte schon vor seiner Medizinpromotion erste Erfahrungen mit einem eigenen Unternehmen, seit zehn Jahren arbeitet er nun als freier Finanzberater. Trotzdem waren die Vorbereitungen aufwändiger als erwartet. „Man kann die Karten ja nicht einfach aus dem Internet kopieren.“ Und irgendjemand muss die erworbenen Karten ja auch auf T-Shirts, Tassen und Tücher bringen.
Zehn Betriebe bedrucken nun auf Anfrage die Artikel. Denn jedes ist ein Unikat; map-box hat kein Lager. „Das ist ja das Besondere. Tüten mit dem Berliner Innenstadtplan gibt es schon, in großen Auflagen“, sagt Baues. Bei map-box kann jeder Kartenausschnitt gewählt werden, ob Sürth, Bensberg oder die Eifel. „Eigentlich klar, dass ein Kölner die Idee hatte“, sagt er, grinst und hofft auf eine ebenso lokalpatriotische Kundschaft.
Ein Jahr nach dieser Idee, schon im Oktober 2008, gründete Baues die map-box GmbH: „Ich wollte aber erst, dass alles steht, daher war die lange Vorlaufzeit sinnvoll.“ Unter Zeitdruck steht er nicht: In map-box steckt nur Eigenkapital, keine teuren Kredite. Bis er seine Investitionen wieder eingenommen hat, kann es allerdings noch dauern. „Wenn es läuft wie geplant, sind das noch drei Jahre.“ Dennoch wirkt der 38-Jährige unverkrampft, fast sorglos. An mangelndem Vertrauen in seine Idee liegt das freilich nicht, über Zukunftspläne redet er wie selbstverständlich: Luftbilder aus der Vogelperspektive oder Sternenbilder könnten das Kartenmaterial erweitern, vielleicht könne man map-box in diese oder jene Richtung weiterdenken. . . Fast möchte man ihn in die Gegenwart ziehen. Dann spricht er über Investitionen und Geschäftspläne; analytisch und ohne einen Anflug von Träumerei.
Hinter einer eigenen Verkaufstheke wird man ihn wohl nie finden: „In einem Ladenlokal ginge das individuelle Element verloren, denn dort bräuchte man ja fertige Produkte.“ Und man müsste auf Kunden warten, ohne an neuen Projekten werkeln zu können. Für Baues dürfte das eine furchtbare Vorstellung sein.
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