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Kommentar zur Wahl Barrosos

Glaube fehlt

Von Detlef Fechtner, 16.09.09, 22:02h

EU-Kommissionschef José Manuel Barroso hat ein großes Talent, unterschiedlichen Interessen durch Zusagen gerecht zu werden. Genauer gesagt: ein zu großes Talent.

Denn was zwar hilfreich ist, um als Mittler in der EU aufzutreten, sorgt andererseits dafür, dass sich in Europa wenig gegen nationale Einzelinteressen bewegt. Allen recht ist jedoch bekanntlich meistens schlecht: Eine Politik, die auf zu viele Befindlichkeiten Rücksicht nimmt, wird zur ständigen Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner.

Barroso beteuert nun, den Regierungen stärker die Stirn bieten zu wollen. Das ist gut. Und eigentlich hat der Portugiese, nachdem er einstimmig von den EU-Regierungschefs vorgeschlagen und mit absoluter Mehrheit vom EU-Parlament bestätigt wurde, doch auch die nötige Rückendeckung, um hartnäckiger aufzutreten. Allein es fehlt der Glaube, dass sich der Portugiese tatsächlich mehr traut - jener vorsichtige Taktiker, der zum Beispiel eine VW-Gesetz-Klage aufgeschoben hat, um sich vor Bundestagswahlen keinen Ärger mit der Bundesregierung einzuhandeln.



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