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WCCB-Affäre

Erstes Geständnis abgelegt

Von Dieter Brockschnieder, 18.09.09, 07:18h, aktualisiert 18.09.09, 16:05h

Ein Manager, der beim Bau des WCCBs beteiligt war, hat ausgepackt. Er gestand, dass Gelder in hoher sechsstelliger Summe geflossen sein sollen. Der Richter erteilte Haftbefehl wegen Untreue in einem besonders schweren Fall.

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Das WCCB im Bau. (Bild: Ralf Klodt)
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Das WCCB im Bau. (Bild: Ralf Klodt)
BONN - Eine Nacht in der Einzelzelle kann auch einen smarten Mann zermürben. Nach seiner Festnahme am Dienstag war einer der Manager des World Conference Centers Bonn (WCCB) bis weit nach Mitternacht von Staatsanwälten vernommen worden, dann durfte er ein paar Stunden ruhen. Und hatte viel Zeit zum Nachdenken. „Es kommt alles raus, wenn man allein im Gewahrsam liegt“, weiß ein Fahnder. Auch der Manager aus Berlin, Geschäftsführer verschiedener am Bau des WCCB beteiligten Firmen, wurde weich in diesen Stunden zwischen Dunkelheit und Morgengrauen. Denn am Mittwoch, als er von Staatsanwälten zum Haftrichter des Bonner Amtsgerichts geführt wurde, packte er aus - ein wenig zumindest.

Wie zu erfahren war, gestand er, dass Gelder in hoher sechsstelliger Summe geflossen sein sollen. Das wird als Untreue gewertet. Der Richter erließ, wie in einer Teilausgabe der Rundschau bereits berichtet, am Mittwochabend gegen 20.20 Uhr Haftbefehl wegen Untreue im besonders schweren Fall. Jetzt sitzt der Geschäftsmann in Untersuchungshaft und hat wieder viel Zeit zum Nachdenken . . .

Dem zweiten am Dienstag Festgenommenen, einem der Geschäftsführer und Gesellschafter der WCCB-Management GmbH, der Betreiberfirma des Kongresszentrums, wurde am Mittwochabend ebenfalls der Haftbefehl verkündet. Er soll dem Managerkollegen Beihilfe zur Untreue geleistet haben. Die weiteren Vorwürfe gegen ihn: Betrug, und Bestechlichkeit. Gegen den dritten Verdächtigen, gegen den die Staatsanwaltschaft ebenfalls einen Haftbefehl erwirkte, wird wegen Untreue, Bestechung und Betruges ermittelt. Er ist zurzeit für die Verfolger nicht greifbar.

Unterdessen geht auf der Großbaustelle des WCCB im Bundesviertel die Flucht der Bauhandwerker weiter. Sie packen ihre Sachen, weil sie die Insolvenz des Projektes befürchten und sie dann nicht mehr an ihre Materialien und Werkzeuge herankämen. Einer der Betriebe, die sich in Sicherheit bringen, ist die Firma Elektrotechnik Runkel aus Engelskirchen-Bickenbach. Sie baut seit einem Jahr für einen Generalunternehmer die Steuerungsanlage für Klima- und Lüftungstechnik des Kongresszentrums. „Das ist für uns ein Großauftrag“, sagt Firmenchef Arne Runkel, der zehn fest angestellte und fünf freie Mitarbeiter auf der Baustelle hatte. Runkel hofft, dass er in vier bis sechs Wochen zurückkehren kann.

In einer Sondersitzung debattierte der Stadtrat am späten Abend über Konsequenzen aus der WCCB-Affäre. Auf der Tagesordnung stand auch ein Antrag der Grünen, Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) möge die politische und persönliche Verantwortung „für das Missmanagement der Stadtverwaltung“ übernehmen und zurücktreten.



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