Von Madelaine Majunke, 20.09.09, 20:00h
„Es ist uns ein Anliegen, zu zeigen, dass wir alle dazu beitragen können, etwas zu bewegen", sagte Iris Zumbusch vom Organisationsteam, dem auch Christine Szirniks, Silvia Jonen, Ralf Klodt, Andreas Czepuck und Ingolf Pietrzak angehören. Ausgestattet mit einem gelben Armbändchen folgten sie dem Naturlandschaftsführer Jakob Sieger, der den Weg landschaftlich reizvoll „ausbaldowert" hatte. „So ein kleines Bändchen zeigt ein Zusammengehörigkeitsgefühl", so Ingolf Pietrzak,.
Mit Kindern und Hunden bot die vielköpfige Wandergruppe ein buntes Bild, das so ganz im Gegensatz zum einstigen Schweigemarsch beim Tod von Hannah stand. Einig waren sich die Teilnehmer, dass sie gern etwas für einen guten Zweck tun wollten und dass es wirklich Sinn mache, gegen Gewalt ein deutliches Zeichen zu setzen.
„Die Solidarität ist wirklich beeindruckend und noch so wach wie nach dem Entdecken der furchtbaren Tat", sagte Volker Wiedeck, Vater von Hannah und Initiator der Hannah-Stiftung gegen sexuelle Gewalt, der sämtliche Erlöse der Aktion zufließen. „Achten Sie ihre Kinder, damit die lernen, was Respekt ist und das in die nächste Generation tragen", lautet seine Forderung, „damit Missbrauch in jeglicher Form vorgebeugt wird, auch wenn es nicht überall so dramatisch enden muss, wie es das bei uns tat."
Neben einer beeindruckend langen Liste von Sponsoren und Unterstützern, hatten die Initiatoren Bürgermeister Peter Wirtz als Schirmherr für den Aktionstag gewinnen können. „Zu einem bürgerschaftlichen Miteinander sollte meiner Ansicht nach auch ein gewisses Maß an Wachsamkeit für sein Umfeld gehören und im Zweifel ein couragiertes Eintreten für Mitmenschen, die Hilfe benötigen", hieß es auf dem Flyer, mit dem der Aktionstag überall bekannt gemacht worden war.
An diesem Tag war keineswegs der Weg der Wanderung schon das Ziel, denn dort wartete ein umfangreiches Aktions- und Informationsprogramm auf die Besucher; mehrere hundert kamen vorbei. Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr standen zur Besichtigung und zu kurzen Rundfahrten bereit. Mit dem Rettungsboot konnte der Rhein befahren werden, und die DLRG Königswinter demonstrierte Rettungstechniken. Ein Bühnenprogramm, moderiert von Uni-Dozent Volkmar Kramarz, mit dem Orchester Konfetti von der Jugenddorf -Christophorusschule, dem Rap von DorfMusic, Chansons von Les Millefleurs, der deutschen Liedermacherin Anika Auweiler, dem Rapper „Mash“ und „4 special moments“ mit Hits der 60er bis 80er Jahre sorgten für musikalische Unterhaltung. Mit Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, Leckerem vom Grill und einem reichhaltigen Kuchenangebot konnte der Hunger gestillt werden. Die Hannah-Stiftung hatte einen Stand, wo Stiftungszweck und damit verbundene Aktivitäten erläutert wurden. Einsatzkräfte des Ordnungsdienstes, der nach dem gewaltsamen Tod von Hannah eingeführt wurde, berichteten über ihre Arbeit.
Auch zwei Jahre nach dem Tod Hannahs ist das Gefühl von Ohnmacht nur durch gemeinschaftliches Handeln und das Setzen von Impulsen zu überwinden. „Es gilt, wachsam gegen Gewalt und achtsam füreinander zu bleiben", sagen die Initiatoren, „dann hat Gewalt keine Chance!"
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