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Samurais auf dem Sportplatz

Von MARKUS CARIS, 22.09.09, 07:09h

Alleine ist es ganz schwer und geht fast gar nicht. Und mit Hilfe dauert es immerhin 20 Minuten. Das liege auch an den Verschnürtechniken, erläuterte Dietmar Gerken aus...

SIEGBURG. Alleine ist es ganz schwer und geht fast gar nicht. Und mit Hilfe dauert es immerhin 20 Minuten. Das liege auch an den Verschnürtechniken, erläuterte Dietmar Gerken aus Paderborn. Was da so lange dauerte, war das Ankleiden. Besucher konnten beim Samurai-Lager auf dem Sportplatz des STV in Brückberg mal selber in die nachgebauten Rüstungen der Samurai-Krieger nach jahrhundertealten Vorbildern schlüpfen. Aber was heißt bei dieser Dauer schon „schlüpfen“.

Wie eine Meditation ließ deshalb auch Monika Przybylski aus Neunkirchen-Seelscheid ganz ruhig die Prozedur über sich ergehen. Sie ist Mitglied der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Siegburg (DJG). Die besteht nun schon 15 Jahre. Nicht nur in Siegburg, sondern auch in anderen Teilen des Rhein-Sieg-Kreises, in Bonn und Köln habe die DJG derzeit insgesamt 152 Mitglieder, berichtete Claudia Bjelke-Holtermann, die seit zehn Jahren Vorsitzende ist. Samurai Dietmar Gerken ist wie der 22-jährige Christian Weisenfeld Mitglied der Düsseldorfer Samurai-Gruppe Takeda Shingen. Benannt nach einem Fürst, der von 1521 bis 1573 in dem fernöstlichen Land lebte. Er war einer der wenigen, die in seiner Armee damals auch Frauen hatte. Das erzählte sachkundig Weisenfeld, der mit den Düsseldorfer Nachahmern der alten Samurais nach Siegburg gekommen war, und auch einen Bühnenauftritt beim bunten und quirligen internationalen Fest auf dem Markt hatte.

Wesentlich ruhiger war es hingegen auf dem STV-Sportplatz, wo sich die Besucher und verschiedene Gruppen mit Muße der alten japanischen Kultur widmen konnten. Schüler des Kendo Dojo aus Köln demonstrierten in ihren dunklen Gewändern mit Helmen die Kunst des Schwertkampfes mit dem tatsächlich aus Bambus gefertigten Bambusschwert (Shinai), das wie ein langer Stock aussieht. In dem Samurai-Lager waren auch aufwändige Kimono, Fahnen, Gebrauchsgegenstände und Waffen zu sehen. Jeder Interessierte konnte viel über alte und moderne japanische Kultur und Verhaltensweisen erfahren. Auch die typische Frage eines potenziellen Japan-Touristen, was man denn sage, wenn man ein Bier bestellen wolle, blieb nicht unbeantwortet. „Hai biru dozo“, sagte Claudia Bjelke-Holtermann, die erst im August den japanischen „Orden der aufgehenden Sonne, goldene und silberne Strahlen“ entgegennahm. Als Anerkennung für das Engagement der DJG Siegburg in der Freundschaft mit der japanischen 37 000-Einwohner-Stadt Yuzawa.



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