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Undercover-Journalist

Wallraff als Somalier unterwegs?

Erstellt 24.09.09, 22:12h, aktualisiert 25.09.09, 18:35h

Der Publizist Günter Wallraff ist angeblich ein Jahr lang in die Rolle eines Somaliers geschlüpft. Der Kölner habe damit das Ziel verfolgt, den „alltäglichen Rassismus in Deutschland“ zu schildern. Seine Erfahrungen will er als Buch veröffentlichen.

Günter Wallraff
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Von Günter Wallraff sind offenbar neue Enthüllungen zu erwarten. (Bild: dpa)
Günter Wallraff
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Von Günter Wallraff sind offenbar neue Enthüllungen zu erwarten. (Bild: dpa)
STOCKHOLM / KÖLN - Der Publizist und Journalist Günter Wallraff (66) ist angeblich ein Jahr lang in die Rolle eines Somaliers geschlüpft und will seine Erfahrungen im Herbst veröffentlichen. Das bestätigte Wallraffs schwedischer Biograf Stig Hansén auf der Göteborger Buchmesse. Wallraff selbst wollte dies „in dieser Form nicht bestätigen“, aber auch nicht weiter dazu Stellung nehmen. Er sagte nur: „Man sollte sich doch jedem Schwarzen gegenüber freundlich und menschlich verhalten - es könnte ja ich sein.“

Der Verlag Kiepenheuer & Witsch bestätigte gegenüber der Rundschau, dass es ein neues Buch von Wallraff geben werde. Es soll am 14. Oktober auf der Buchmesse vorgestellt werden. Darin gehe es um vier Rollen Wallraffs, „alte und neue“, sagte eine Sprecherin. Der Titel laute: „Aus der schönen, neuen Welt - Expedition ins Landesinnere“. Zu der Rolle als Somalier wollte die Sprecherin nichts sagen, dementierte es aber auch nicht.

Hansén berichtete, dass er dem „dunkelhäutigen Somalier“ Wallraff bei dessen Verkleidungs-Tour über längere Zeit gefolgt sei. Vor schwedischen Journalisten in Göteborg enthüllte er auch den Namen: Kvami Ogonno. Der Kölner habe damit das Ziel verfolgt, den „alltäglichen Rassismus in Deutschland“ zu schildern. Ab Mitte Oktober soll es ein Buch sowie einen TV-Film und eine Wallraff-Tournee geben.

Hansén berichtete weiter, dass Wallraff als „Somalier“ beim Besuch eines Fußballspiels in Dresden nur durch die Hilfe der Polizei vor Misshandlungen bewahrt worden sei. Als „somalischer Familienvater“ wurde er außerdem auf einem Campingplatz abgewiesen. In Magdeburg dagegen durchschaute ein Autohändler die Verkleidung, als der „schwarze“ Wallraff einen Wagen kaufen wollte. Danach habe es großer Überredungskünste bedurft, damit der Mann das Geheimnis für sich behielt.

Wallraff hatte seine größten Bucherfolge als Enthüllungs- Journalist, als er etwa Mitte der 80er Jahre in die Rolle des „türkischen Leiharbeiters“ Ali schlüpfte. (dpa / ane)



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